Do 14.06. – Di 17.07. Verkehrseinschränkungen rund um das HKW. Mehr

Fr, 29. Juni 2018

Neolithische Nacht + Book Launch

© Laura Fiorio | Jakob Hoff

© Laura Fiorio | Jakob Hoff

Ein besonderes Verhältnis zur Nacht teilten viele Surrealist*innen: Das Reich der Träume und (Vor-)Ahnungen bot für sie Zugang zu neuen Ideen und Sichtweisen. So sind auch die Besucher*innen des HKW an drei Nächten eingeladen, die Ausstellung nach Einbruch der Dunkelheit zu erleben. Studierende des M.A. Angewandte Kulturwissenschaften und Kultursemiotik der Uni Potsdam, die sich intensiv mit der Ausstellung auseinandergesetzt haben, sind von 19.30-23.30h vor Ort, um Fragen zu beantworten oder ins Gespräch zu kommen. Die Dachterrasse des HKW lädt zu Getränken und Gedankenaustausch ein.

Ab 21 Uhr präsentiert Kurator Tom Holert im Gespräch mit Irene Albers und Elena Vogman die Publikation zur Ausstellung Neolithische Kindheit. Kunst in einer falschen Gegenwart, ca. 1930. Der Band versammelt Essays der am Projekt beteiligten Kurator*innen und Wissenschaftler*innen, Primärtexte von Carl Einstein sowie eine umfassende Dokumentation der Ausstellung. Den Kern bildet ein Glossar, das Carl Einsteins eigenes theoretisches Vokabular und weitere damit verknüpfte Begriffe beleuchtet.

Irene Albers und Elena Vogman sprechen über ihre jüngsten Veröffentlichungen Der diskrete Charme der Anthropologie—Michel Leiris’ ethnologische Poetik bzw. Sinnliches Denken. Eisensteins exzentrische Methode.

Irene Albers ist Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und für Romanische Philologie an der Freien Universität Berlin. Schwerpunkte ihrer Forschung sind Beziehungen zwischen Literatur und Fotografie, die Verkörperung von Emotionen in der romanischen Novellistik und das Verhältnis von Literatur und Ethnologie im Umfeld des Surrealismus und des Collège de sociologie, speziell bei Michel Leiris. Sie ist u. a. Herausgeberin der deutschen Übersetzung des Collège de sociologie 1937–1939 (2012, mit Stephan Moebius) und des Bandes Animismus – Revisionen der Moderne (2012, mit Anselm Franke). Im Juli erscheint Der diskrete Charme der Anthropologie – Michel Leiris’ ethnologische Poetik.

Tom Holert arbeitet als Kunsthistoriker, Autor, Kurator und Künstler in Berlin. 2015 gründete er mit anderen das Harun Farocki Institut in Berlin. In den 1990er Jahren war er Redakteur von Texte zur Kunst und Mitherausgeber von Spex in Köln; seither Lehr- und Forschungstätigkeiten u. a. an der Merz Akademie in Stuttgart, an der ZHdK in Zürich, an der Akademie der bildenden Künste Wien, an der Freien Universität Berlin. Jüngere Buchveröffentlichungen: Marion von Osten. Once We Were Artists (2017, mit Maria Hlavajova), Troubling Research. Performing Knowledge in the Arts (2014, mit Johanna Schaffer et al.), Übergriffe. Zustände und Zuständigkeiten der Gegenwartskunst (2014).