Fr, 17. August 2018

Kobo Town | The Chap

Kobo Town | © Paul Wright

Kobo Town | © Paul Wright

Drew Gonsalves wusste, was er tat, als er seine Band Kobo Town nannte. Denn in diesem Stadtteil von Port of Spain auf Trinidad ist der Calypso entstanden.

Seine Funktion als Zeitung des kleinen Mannes behielt diese Musik auch in London: Ab den 1950ern diskutierten frisch migrierte Calypsonians in ihren Texten die britische Royals-Verehrung, Fußball, Cricket und andere seltsame Bräuche der neuen Heimatinsel. Der auf Trinidad geborene und in Kanada aufgewachsene Gonsalves gilt heute als der Kronprinz des Calypso. Das neue Album seiner Band, London Town, wurde nun auch für den kanadischen Musikpreis Juno nominiert. Für Wassermusik mischen Kobo Town ein exklusiv zusammengestelltes Programm aus klassischen Calypso-Songs, eigenen Hits und ihrer Indie-Attitüde zu einer wüsten Party auf.

The Chap | © Promo

The Chap | © Promo

The Chap

The Chap wollen Musik machen, die falsch klingt. Das zumindest behaupten sie selbst. Oder genauer gesagt: Sie frickeln „eine Alternative-Mischung aus so ziemlich allen vorstellbaren Genres zusammen“. Ihr Sound zwischen Indietronic, Funk und elektronischer Musik ist dabei keineswegs anstrengend, sondern hochgradig eingängig und tanzbar. Der sehr britische Nonsense-Humor verleiht dem Prog-Rock-Pop der Musiker*innen, die sich in London trafen, nun aber über die Welt verstreut leben, eine höchst charmante Skurrilität. Bei ihren Live-Performances sucht die „gelangweilte Crew aus Anti-Prousts“ dann nicht etwa die verlorene Zeit. Sie vergisst stattdessen komplett, dass es so etwas wie Zeit überhaupt gibt.