So, 27. Mai 2018

Gespräch

Mit Kerstin Stakemeier & James Clifford, Moderation: Susanne Leeb

James Clifford ist emeritierter Professor am History of Consciousness Department der University of California, Santa Cruz. Clifford unterrichtete als Gastprofessor an den Universitäten Yale und Stanford sowie in Paris, London und Berlin. Er ist ein bedeutender kritischer Historiker europäischer Denksysteme und seiner Schlüsselbegriffe „Kultur“, „Mensch“, „primitiv“ und „exotisch“. In seinem Werk verbinden sich Sichtweisen verschiedener Fachgebiete. Mit Büchern wie Writing Culture: The Poetics and Politics of Ethnography (1986) und The Predicament of Culture: Twentieth-Century Ethnography, Literature, and Art (1988) wurde er Mitte der Achtzigerjahre zu einer gewichtigen Stimme in Debatten, die nicht nur die ethnologische Forschung, sondern auch die ihr zugrunde liegende Geisteshaltung veränderten. Sein neuestes Buch heißt Returns: Becoming Indigenous in the 21st Century (2014).

Susanne Leeb ist Kunsthistorikerin und arbeitet als Professorin für zeitgenössische Kunst mit einem Fokus auf transkulturelle Kunstgeschichten an der Leuphana Universität Lüneburg. Dort leitet sie den Kunstraum (gemeinsam mit Ulf Wuggenig) und das Leuphana Arts Program. Ihre Promotion Die Kunst der Anderen. „Weltkunst“ und die Anthropologische Konfiguration der Moderne publizierte sie 2015. Sie ist Herausgeberin der Sektion Transkulturelle Kunstgeschichte der Onlinerezensionszeitschrift Kunstform, gibt die Buchserie PolYpeN bei b_books mit heraus und ist im Beirat von Texte zur Kunst. 2017 hat sie dort die Hefte Wir sind Ihr sowie Idiom. The Languages of Art mitkonzipiert und jeweils Aufsätze dazu beigetragen.

Kerstin Stakemeier ist Professorin für Kunsttheorie und -vermittlung an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Sie ist Herausgeberin von u. a. Painting - The Implicit Horizon (2012, mit Avigail Moss), Macht des Materials/Politik der Materialität (2014, mit Susanne Witzgall) und Klassensprachen – Written Praxis (2017, mit Manuela Ammer et al.), einem Magazinprojekt mit gleichnamigen Ausstellungen im district Berlin und Kunstverein Düsseldorf. 2016 erschien Reproducing Autonomy (mit Marina Vishmidt), 2017 Entgrenzter Formalismus. Verfahren einer antimodernen Ästhetik.

Teil der Konferenz Tiefenzeit und Krise, ca. 1930