Sa, 28. April 2018

Goat, Talvin Singh/Budgie/Jason Singh, Ghana Panorama, DJ Zhao

Goat | Foto: Yusuke Nishimitsu

Goat | Foto: Yusuke Nishimitsu

20h: Goat | Auditorium
21h: Talvin Singh/Budgie/Jason Singh | Auditorium
22h: Ghana Panorama | Auditorium
23h: DJ Zhao (DJ-Set) | Hirschfeld Bar

Goat

Jeder Schlag sitzt: Goat spielen komplexe, ineinandergreifende Rhythmusstrukturen so schnurgerade, als seien sie programmiert – eine Art Minimal-Techno ohne Elektronik. Zwar bestehend aus der klassischen Formation Gitarre, Bass, Schlagzeug und Saxofon missachtet das Quartett aus Osaka jedoch die Rockmusik-typischen Eigenschaften seiner Instrumente völlig: Nach dem Prinzip Rhythmus statt Melodie dämpfen die Musiker den Ton, um das perkussive Element zu betonen. Zwischen die stoisch hämmernde Bass Drum schieben sich atonale Harmonien, ein vorwärtstreibender Puls hält die gegeneinander gespielten Zählzeiten zusammen, mit denen Koshiro Hinos Kompositionen die Welt der repetitiven Muster erkunden.

Talvin Singh, Jason Singh | Foto: Promo

Talvin Singh, Jason Singh | Foto: Promo

Talvin Singh / Budgie / Jason Singh

Percussion-Extravaganza mit drei Pionieren des britischen Undergrounds: Produzent und Tabla-Visionär Talvin Singh trat mit seiner außergewöhnlichen Fusion von klassischer indischer Perkussion mit Elektronika und Drum’n’Bass das Genre Asian Underground los und hat damit in den 1990ern von Britpop über Bhangra bis Bollywood den Sound sowohl der britischen wie der indischen Musik umgekrempelt. Singh, bereits das vierte Mal zu Gast im HKW, hat von Björk bis Madonna mit den Größen des Musikgeschäfts zusammengearbeitet – darunter auch Siouxsie and the Banshees. Deren langjähriger Schlagzeuger Budgie wiederum ist einer der einflussreichsten britischen Musiker und berühmt für seinen innovativen, Tom-Tom-intensiven Trommelstil. Zuerst hat er Ende der 1970er mit den Slits, dann mit Siouxsie Sioux bei den Banshees und den Creatures Elemente aus Reggae und Funk in den Postpunk eingeführt; in den letzten Jahren haben ihn seine eklektischen Streifzüge zu Projekten mit CocoRosie, Efterklang oder dem Meister der japanischen Taiko-Trommeln Leonard Eto geführt. Mit dem Beatboxer Jason Singh erarbeiten die beiden eigens für 100 Jahre Beat eine Beat- und Drum-fokussierte Performance.

Guy One | © Sebastian Marggraf

Guy One | © Sebastian Marggraf

Ghana Panorama

Ashanti-Rhythmen, Frafra-Gospels, Highlife, lokale Traditionen und neue Hybride: Ghana Panorama ist ein Ergebnis der Reisen durch Ghana, die der umtriebige Schlagzeuger und Komponist Max Weissenfeldt vor Jahren zur Erforschung der Polyrhythmik begann. Mit Kollaborationspartnern wie dem Hip-Life-Rapper Flowking Stone und dem Meister an der Kologo-Laute Guy One hat Weissenfeldt für 100 Jahre Beat eine 16-köpfige Supergroup zusammengestellt. Von den Rhythmen und Gesängen der im Regenwald beheimaten Ashanti über die Frafra-Gospels aus der Savannenregion des Landes bis zu den Hits aus dem Highlife, seit 1920 Ghanas Nationalmusik schlechthin, präsentiert die Show eine Vielfalt aus Einflüssen, Stilen und Instrumenten, Überliefertem und zeitgenössischen Sounds.

He Zhao (DJ Zhao) | © Promo

He Zhao (DJ Zhao) | © Promo

DJ Zhao

Botschafter des Rhythmus: Seine perkussiven Cross-Genre-Sets sind geprägt von einem poly-kulturellen Rhythmusverständnis jenseits von Stildefinitionen oder Konventionen. Der in Beijing geborene Berliner verbindet den globalen Norden mit dem Süden, kreuzt akustische und elektronische, traditionelle und futuristische Hyper- und Polyrhythmen und beschwört den fast vergessenen politischen und philosophischen Sinn des gemeinschaftlichen Tanzens.