Fr, 15. Dezember 2017

Angela Harutyunyan: Der Sozialistische Realismus und das Konzept des Ideals

Der Sozialistische Realismus wurde in der UdSSR der frühen 1930er Jahre zu einem allgemeingültigen kulturellen Prinzip erklärt. Als offizielle Doktrin behielt er bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 seine Gültigkeit. Weder Stil noch Form, schrieb er sich dennoch durch ideologisch und inhaltlich motivierte Forderungen in die Kulturproduktion ein. Harutyunyan argumentiert, dass der Sozialistische Realismus von dem zwiespältigen Begriff des „Ideals“ geprägt war: Einerseits übersetzte das Ideal den stalinistisch dialektischen Materialismus in den Bereich der Ästhetik und trug so dazu bei, dass jedes Phänomen totalitär gedeutet wurde. Andererseits ersetzte er diese totalitäre Einordnung. In ihrem Vortrag verdeutlicht Harutyunyan ihr Argument, indem sie den philosophischen Diskurs, der in der sowjetischen Philosophie um den Begriff des Ideals kreist, anhand der Werke von Michail Lifschitz und Ewald Iljenkow neu fasst.

Im Rahmen der Konferenz Freedom in the Bush of Ghosts