Fr, 13. Oktober 2017

The Readymade Century: Tag 2

Mit Inke Arns, Kader Attia, Simon Denny, Famed u. a.

10.30h
Readymade Transcultural
Chair: Benjamin Meyer-Krahmer, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
Artist: Kader Attia
Respondents: Margareta von Oswald, Humboldt-Universität zu Berlin; Annette Bhagwati, Haus der Kulturen der Welt, Berlin

The Object is Never at Home – Is there a Transcultural Readymade?
Die transkulturelle Re- und Dekontextualisierung von Gegenständen in der Kunst ruft verschiedenste Fragen hervor. Das Panel untersucht Akte der Aneignung und Präsentation als analytische Werkzeuge, die zum einen der Konstruktion von Geschichte und Identitäten dienen und zum anderen zur Reflexion über den veränderten Status von Dingen durch solche Handlungen. Es ist kaum verwunderlich, dass derartige Ansätze in Zeiten einer erneuerten Debatte über institutionelle transkulturelle Repräsentation größere Dynamik entwickeln. Gleichzeitig verweist der fortdauernde Diskurs über das „Quasi-Objekt“ (Bruno Latour), das „soziale Leben der Dinge“ (Arjun Appadurai) und „kuratorische Dinge“ auf verschiedene offene Fragen zur Verfasstheit der Dinge – Fragen, die auch auf das hypothetische transkulturelle Readymade angewendet werden können.

12.15h
Readymade (Post-)Digital
Chair: Katja Kwastek, Vrije Universiteit Amsterdam
Artists: Oliver Laric
Matthew Plummer-Fernandez
Respondent: Inke Arns, Hartware MedienKunstVerein Dortmund

The Algorithmic Act
Kann seit der Entwicklung von 3D-Druckern ein Objekt als Readymade betrachtet werden, noch ehe es real existiert? Auf Online-Plattformen bieten professionelle Künstler*innen wie auch Amateur*innen frei zugängliche STS-Daten (Stereolithografie) zur Einzel- oder Massenanfertigung von Objekten an. Einerseits erlaubt dies unendliche Variationen der Skalierung, Einfärbung und Anpassung und damit ein maßgeschneidertes Endprodukt. Andererseits wird eventuell sogar der anfängliche Auswahlprozess – früher der einzige Moment der (potenziellen) künstlerischen Intervention – an Bots oder Algorithmen delegiert. Welche Rolle spielen diese neuen Akteure im Prozess künstlerischer Wertschöpfung?

15h
Readymade Market
Chair: Sven Lütticken, Vrije Universiteit Amsterdam
Artist: Simon Denny
Respondents: Sebastian Egenhofer, Universität Wien; Isabelle Graw, Städelschule Frankfurt a. M

Readymade Speculators
Das Readymade war ursprünglich von Marcel Duchamp als Strategie gedacht, die der Logik des Marktes zuwiderläuft und den Verlust jeglichen ökonomischen Werts riskiert. Im Laufe seiner Karriere hat sich das Konzept allerdings gewandelt: Die Idee eines Transfers aus dem alltäglichen Kontext in einen Kunstkontext wurde zum Paradigma der Wertschöpfung. Mittlerweile ist das Readymade schon lange ein begehrtes Spekulationsobjekt – und das betrifft nicht nur Spekulant*innen, die mit Kapital handeln, sondern auch solche, die auf Theorien setzen.

16.45h
Coda – Readymade in situ
Artists: FAMED
in conversation with Dieter Daniels, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Readymade Intervention
Das Künstlerkollektiv FAMED zeigt inkognito eine öffentliche Readymade-Intervention am HKW. Sie wird am Ende des Symposiums enthüllt.