Sa, 17. Juni 2017

Anselm Franke: Frontiers and Media

In seinem Vortrag widmet sich Anselm Franke dem Phänomen der oftmals brutalen Grenzzonen, in denen um Bedeutung, Identität und Eigentum gestritten wird. In einer Vielzahl von Kunstwerken, die sich mit Kolonialgeschichte und Staatsterror auseinandersetzen, wird die Grenze als eine Zone der widerspenstigen Vermittlung interpretiert, deren innere Prozesse und Schwellenzustände sich unmittelbar in der Ästhetik widerspiegeln. So lassen Arbeiten aus 2 oder 3 Tiger und anderen Ausstellungen auf enge Verbindungen zwischen der Geschichte imperialer und nationaler Grenzen und medialen Technologien sowie deren Repräsentationsweisen schließen.

Anselm Franke lebt und arbeitet als Kurator und Autor in Berlin. Seit 2013 ist er Leiter des Bereichs Bildende Kunst und Film am Haus der Kulturen der Welt. Zuvor war er Kurator an den KW Berlin und Direktor der Extra City Kunsthal in Antwerpen. Mit Stefanie Schulte Strathaus gründete er 2005 das Forum Expanded der Internationalen Filmfestspiele Berlin und ist seither Ko-Kurator. 2012 war er Leitender Kurator der Taipei Biennale und 2014 Chefkurator der Shanghai Biennale. Sein Ausstellungsprojekt Animism wurde von 2009 bis 2014 in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kollaborationspartnern in Antwerpen, Bern, Wien, Berlin, New York, Shenzhen, Seoul und Beirut gezeigt. Franke provomierte am Goldsmiths College, London.