Fr, 21. April 2017

Ho Rui An: DASH

Ausgehend von den Unfallaufnahmen einer Dashcam erörtert die Performance die Frage, wie ein Unfall - oder eine Krise - in einer von Risikovorsorge und finanztechnischer Absicherung geprägten Zeit lesbar wird.

Von besonderem Interesse ist dabei das „horizon scanning“, dem die Überwachungstätigkeit der Regierung von Singapur folgt. Singapur erscheint in diesem Vortrag als entscheidender Knotenpunkt der elektronischen Kreisläufe globaler Geldströme als auch der schweißgetränkten Pfade politisch rechtloser Arbeitsmigrant*innen. Es steht damit als besonders sinnfälliger Ort für die Auseinandersetzung mit Irritationen oder „schwachen Signalen“ am Horizont, von denen ausgehend sich eine fantastische wie spekulative – mit „black swans“ oder „dragon kings“ bevölkerte - Ökonomie herausschält, die die einen Erzählungen belegt, um andere auszulöschen.

Ho Rui An ist Künstler und Autor. Er arbeitet im Grenzbereich zwischen zeitgenössischer Kunst, Film, Performance und Theorie. Sein Schreiben, Sprechen, Denken kreist um Bilder und besonders um Fragen nach ihrer Entstehung und Weitergabe, aber auch ihres Verschwindens im Kontext von Globalisierung und Politik. Er hat Projekte auf der 2. Kochi-Muziris Biennale in Kerala, Indien, beim TPAM Performing Arts Meeting in Yokohama, am Hessel Museum of Art und in den CCS Bard Galleries in Annandale-on-Hudson, am NUS Museum in Singapore, am QUT Art Museum in Brisbane, in den Serpentine Galleries in London, am NTU Centre for Contemporary Art Singapore, am LUMA Westbau in Zürich und bei Para Site in Hong Kong realisiert. Er ist Singapur-Redakteur der Zeitschrift ArtAsiaPacific und hat Beiträge in zahlreichen Publikationen veröffentlicht.