Sa, 22. April 2017

siren eun young jung: Gender Bender Fencers

Yeoseong Gukgeuk ist eine Kunstform, die der traditionellen koreanischen Oper ähnelt und seit dem Höhepunkt ihrer Beliebtheit in den Fünfziger - und Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts einen Niedergang erlebt.

Sie verbindet Gesang und Tanz zur anschaulichen Erzählung volkstümlicher Mythen und Romane aus dem Repertoire der traditionellen Musik Koreas. Alle Figuren des Yeoseong Gukgeuk werden, ob männlich oder weiblich, von Frauen gespielt. Ein Höhepunkt ist die realistische Schwertkampf-Darbietung zweier männlicher Figuren. In ihrer Vortrags-Performance erörtert siren eun young jung, wie die Verwandlung der Darstellerinnen in Männer beharrlich „naturalisierte“ Geschlechternormen problematisiert. Davon ausgehend steckt sie anhand der Eigenheiten dieser besonderen Theatergattung eine mögliche Politik der Geschlechter ab.

siren eun young jung ist bildende Künstlerin und lebt in Seoul. In ihrer Arbeit trachtet sie stets nach Erweiterung der feministischen Sprache der Kunst. Seit 2008 arbeitet sie am Yeoseong Gukgeuk Project, im Zuge dessen sie eine Truppe von Schauspielerinnen des traditionellen koreanischen Frauentheaters Yeoseong Gukgeuk begleitet. Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet. Ihre Arbeit war in zahlreichen Gruppenausstellungen vertreten, etwa auf der Taipei Bienniale in Taiwan (2016), auf der Gwangju Biennale in Südkorea (2016), in der Ausstellung Discordant Harmony am Museum für Gegenwartskunst der Stadt Hiroshima in Japan (2015), sowie am Taipei Kuandu Museum of Fine Art in Taiwan (2016).