Fr, 07. April 2017

Baloji, The Blue Notes Tribute Orkestra, Thabang Tabane, Conlon Nancarrow

Baloji | © Promo

Baloji | © Promo

18h Conlon Nancarrows Player Piano | Vortragssaal
19h Thabang Tabane | Auditorium
20.30h The Blue Notes Tribute Orkestra | Auditorium
22h Baloji | Auditorium

Conlon Nancarrows Player Piano
Tonkaskaden von der Klavierwalze: Conlon Nancarrows rhythmisch komplexe, vielstimmige Kompositionen sprengen die Grenzen dessen, was für Menschen spielbar ist. Von den beschränkten Möglichkeiten der zehn Finger enttäuscht, schrieb er ab 1947 nur noch für mechanisches Klavier und stanzte dafür seine Kompositionen eigenhändig in Lochkarten. Der Komponist Dominic Murcott, der bei der Art-Pop Band The High Llamas Vibraphon spielt, hat ein solches Klavier für Nancarrows Kompositionen adaptiert. Im HKW führt es die Studies for Player Piano auf – ganz ohne Pianist*in. Mit Werkeinführung von Dominic Murcott und dem Musiker und Kurator José Wolffer

Thabang Tabane
Das Epizentrum des Malombo-Sounds: die E-Gitarre von Philip Tabane und die Malombo-Handtrommel von Julian Bahula. Diese Instrumentierung war im Jazz der frühen 1960er revolutionär, besonders im von der Apartheid geprägten Südafrika. 1965 trennten sich ihre musikalischen Wege, Bahula ging schließlich ins Londoner Exil und gründete dort die Band Jabula. Tabanes Strang der Malombo Music führt heute sein Sohn und langjähriger Perkussionist Thabang Tabane fort.

The Blue Notes Tribute Orkestra
Eine neue Generation von Jazzmusiker*innen verbeugt sich vor einer der wichtigsten Bands Südafrikas: Die Blue Notes um Pianist Chris McGregor und Schlagzeuger Louis Moholo setzten neue Maßstäbe mit ihrem progressiven Spiel zwischen Hard Bop, Township Jive und Free Jazz. Unter dem Apartheid-Regime war die Band Anfang der 1960er Jahre wegen ihrer Zusammensetzung aus weißen und schwarzen Musiker*innen zunehmenden Repressionen ausgesetzt; ihre Mitglieder flohen schließlich ins europäische Exil. Der Trompeter Marcus Wyatt und das Blue Notes Tribute Orkestra haben ihre energetische Musik für sich entdeckt und bringen den legendären Sound in die Gegenwart.

Baloji
Alchimist der Klänge: In Balojis Sound fließen kongolesische Rumba Lingala und Clubbeats, französischsprachiger Rap und Konsumkritik zusammen. Seine ebenso poetischen wie kämpferischen Texte thematisieren aktuelle Politik im Kongo, den Stellenwert von Telekommunikationsunternehmen oder was es bedeutet, wenn Bier billiger als Gemüse ist. Live begleitet vom Orchestre de la Katuba um Dizzy Mandjeku, dem legendären Gitarristen von Franco & TPOK Jazz, wird daraus sehr heutige Tanzmusik – uplifting und politisch.