Sa, 16. Juli 2016

Jacques Schwarz-Bart: Jazz Racine Haïti | Bituin

Jacques Schwarz-Bart | © Marc Baptiste

Jacques Schwarz-Bart | © Marc Baptiste

Gwoka Jazz meets Vodou: Schon früh kam der Tenorsaxofonist mit Gwoka in Kontakt, der traditionellen Musik seiner Heimat Guadeloupe, die auf westafrikanische Wurzeln zurückgeht. Nachdem er für Größen wie Roy Hargrove, Meshell Ndegeocello, oder Chucho Valdes gearbeitet hatte, startete er seine Solo-Karriere: Auf Alben wie Soné Ka La (2007) und Abyss (2008) verbindet er Jazzharmonien und Gwoka-Spiritualität. Die Liebe zur antillischen Mystik bestimmt auch sein aktuelles Projekt: Jazz Racine Haïti fusioniert Modern Jazz mit haitischen, ursprünglich aus dem Vodou-Kontext stammenden Gesängen – sie seien die „Oper der afrokaribischen Diaspora“, so jubelt die französische Presse über das gleichnamige Album von 2014. Gemeinsam mit Mitstreiter*innen wie der haitianischen Sängerin Moonlight Benjamin und dem Perkussionisten und Schlagzeuger Arnaud Dolmen aus Guadeloupe kreiert Schwarz-Bart eine betörende Stimmung zwischen New Yorker Jazz-Bar und erhebender Spiritualität.

www.brotherjacques.com

Bituin | Puppen: Nicov Botelladearroz, Foto: Valentina Annez

Bituin | Puppen: Nicov Botelladearroz, Foto: Valentina Annez

Bituin

Lateinamerikanische Liedkultur, arrangiert fürs 21. Jahrhundert: Mit ihren Avantgarde-Bearbeitungen von populären Stücken aus Kolumbien, Venezuela und Mexiko stellen Bituin, zwei Geschwisterpaare aus Bogotá, das klassische Cantautor-Genre auf den Kopf und übersetzen es in Neue Musik. Ihr experimenteller Zugriff auf Größen wie Violeta Parra, Astor Piazzolla oder Chabuca Granda ist einerseits Hommage, andererseits Dekonstruktion; reduziert und mit hypnotischem Effekt: Zum eindringlichen, oft schwebend-dissonanten Gesang der Schwestern Juanita und Valentina Añez gesellen sich jazzige oder treibende, immer wieder ausbrechende Perkussion – und ein funky Kontrabass.

www.bituinmusica.com