Sa, 30. April 2016

Geteilte Kunstgeschichten und alternative Museologien: Antiimperialismus und Soldaritätsbewegung in den 1970er Jahren

Ausstellungsführung mit Paz Guevara

Die Führung folgt den Kartierungen der transnationalen Netzwerke zwischen Künstler*innen, Kollektiven, Intellektuellen, Aktivist*innen und Institutionen der Antiimperialismus- und Soldaritätsbewegung, die die Ausstellung zeichnet. Sie untersucht dabei, welche Überschneidungen der Kunstgeschichten sich ergeben und führt alternative museologische Modelle wie das Museo de la Solidaridad in Chile und im Exil auf, die Art Against Apartheid Sammlung in Kapstadt, das Museo Julio Cortazar in Nicaragua und verortet sie innerhalb der Mechanismen der Kanon-Konstruktion in Kunstdiskurs und -geschichtsschreibung.

Die Kuratorin und Autorin Paz Guevara lebt und forscht in Berlin. Aktuell wirkt sie an dem HKW-Langzeitprojekt Kanon-Fragen mit und ist Dozentin für Ausstellungsgeschichte und Sammlungen an der Universität Heidelberg. Zur Ausstellung Zeit der Unruhe trug sie Recherchen über lateinamerikanische Künstler*innen und Museen bei, die sich in der Soldaritätsbewegung engagierten. Guevara war Ko-Kuratorin von Ausstellungen wie In Other Words: The Black Market of Translations – Negotiating Contemporary Cultures in der NGBK (Berlin, 2012); des Lateinamerikanischen Pavillons der 55. und 54. Venedig-Biennale (2013 und 2011) und Comunidad Ficticia in Matucana 100 (Santiago de Chile, 2009). Bei der 7. Berlin-Biennale 2012 hielt sie einen Workshop für junge Kurator*innen mit dem Titel Curating in Times of Need.