Sa, 02. April 2016

Die Frage der Solidarität

Mit Kader Attia und Doreen Mende, Einführung und Moderation: Paz Guevara

Was wäre, wenn das internationalistische Projekt der „Solidarität“ nichts anderes war als eine Fortführung des globalen Kalten Kriegs mittels Bilder, Ausstellungen und Architekturen? Was, wenn Solidarität selbst eine besondere Form des politischen Paradoxons wäre?

Kader Attia und Doreen Mende besprechen Fragen der Solidarität zwischen der DDR, Palästina, Algerien und Chile um 1980, zu einem Zeitpunkt, an dem – in den Worten der ostdeutschen Filmemacherin Iris Gusner: „Solidarität zeigen“ zum „bürokratischen Akt“ verkam. Ein Zeitpunkt, in dem Solidarität als Verkündung eines sozialistischen Internationalismus sich überlagert mit dem Menschenrechtsdiskurs der Vereinten Nationen, das ersteren ersetzen sollte. Die Frage der Solidarität entsteht also im Spannungsfeld zwischen staatlich geförderten Programmen und informellen Allianzen, sozialistischer Freundschaft und emanzipatorischer Genossenschaft, zwischen Protokollen, Politik und Pathos.

Einführung und Moderation: Paz Guevara