Sa, 09. April 2016

Wie kommt das Wissen in die Welt?

Mit Anke te Heesen und Klaus Sander

Was braucht es, um nicht nur Wissenschaftler*in, sondern auch Erzähler*in zu sein? Wie gelingt es, über hochkomplexe Kenntnisse zu sprechen, ohne zu simplifizieren?

Und welches Selbstverständnis innerhalb der Wissenschaft zeigt sich, sprechen Biologinnen, Physiker, Historikerinnen und Linguisten über ihre Ideen, Erkenntnisinteressen, Arbeitsprozesse und Ergebnisse? Anke te Heesen, die derzeit Formen des Wissenschaftsinterviews untersucht, spricht über Erzählweisen mit Klaus Sander, der in seinem Verlag Originaltondokumente von Wissenschaftler*innen und Literat*innen veröffentlicht.

Anke te Heesen ist Professorin für Wissenschaftsgeschichte und Lehrstuhlinhaberin am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie war Gründungsdirektorin des MUT (Museum der Universität Tübingen) und Professorin für Empirische Kulturwissenschaft an der Universität Tübingen, lehrte und forschte im In- und Ausland. Neben zahlreichen weiteren Auszeichnungen erhielt te Heesen den Preis der Aby-Warburg-Stiftung Hamburg im Jahr 2008 und 2009 den Preis für Übersetzungsförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Zu ihren Publikationen zählen The Newspaper Clipping. A modern paper object (2014) und Theorien des Museums. Zur Einführung (2012).

Klaus Sander studierte Literatur und Medienwissenschaften in Köln und Bochum, u. a. bei Friedrich Kittler. 1992/93 baute er das Vilém-Flusser-Archiv in Den Haag auf (später München und Köln, heute Berlin). Seit 1996 widmet er sich mit seiner Edition supposé der Entwicklung und Etablierung einer eigenständigen Kunst- und Publikationsform für das gesprochene Wort und die mündliche Erzählung. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Deutschen Hörbuchpreis, den Förderpreis der Kurt-Wolff-Stiftung, Hörbuch des Jahres 2008 und 2014. Das Magazin Cicero wählte sein Ein-Mann-Unternehmen unter „die 20 wichtigsten Verlage in Deutschland“.