So, 17. April 2016

The ‚Smart‘ Mandate: A Speculative History

Mit Orit Halpern

Heute haben die zunehmende Sorge (sei sie nun real oder eingebildet) über Klimawandel, Energieknappheit, Sicherheit und wirtschaftliche Instabilität den Fokus von Stadtplaner*innen, Investor*innen und Regierungen auf ein neues Paradigma der Technologisierung verschoben, das besessen von „intelligenten“ Infrastrukturen und Big Data ist. Orit Halpern entwirft eine spekulative Genealogie des Aufstiegs eines „responsive environment“ und der „fortschreitenden Quantifizierung und Monetisierung“ des Alltagslebens. Sie blickt dazu auf die Arbeit früher Pioniere in computergestütztem Design , Architektur, Kybernetik und neuronalen Netzen, die in der Architecture Machine Group am MIT beteiligt waren. Diese spekulative Geschichte illustriert, wie die Assemblage aus Humanwissenschaften, maschinellem Lernen, Design, Stadt- und Weltpolitik den festen Glauben an die Vorzüge und die Notwendigkeit eines von Computermedien durchdrungenen Lebens fortwährend speisen.

Orit Halpern ist Associate Professor and Strategic Hire in Interactive Design and Theory am Department of Sociology and Anthropology an der Concordia University, Montréal. Ihre Arbeit verbindet Wissenschafts-, Computer- und Kybernetikgeschichte mit künstlerischen und gestalterischen Praktiken.

Ihr jüngstes Buch, Beautiful Data: A History of Vision and Reason since 1945 (2015) ist eine Genealogie der Interaktivität und unserer aktuellen Obsession mit Big Data und Datenvisualisierung. Sie hat für eine Vielzahl von Institutionen publiziert und Werke geschaffen, darunter The Journal of Visual Culture, Public Culture, Configurations, CTheory und das ZKM in Karlsruhe. Sie hat einen Master in Public Health von der Columbia University School of Public Health und promovierte in Wissenschaftsgeschichte an der Harvard University. Sie war Fellow am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin, an der Graham Foundation, am Digital Culture Research Lab der Leuphana Universität, am Institute for Public Knowledge an der NYU und bei der BMW Stiftung Herbert Quandt.