So, 06. März 2016

Kapitel 2: Tschukotka

R: Ulrike Ottinger, D 2016, OV mit dt. /engl. UT, 345 min

Landestelle in Anadyr, Tschukotka, Chamissos Schatten, 2014 | © Ulrike Ottinger

Landestelle in Anadyr, Tschukotka, Chamissos Schatten, 2014 | © Ulrike Ottinger

Film, Gespräch: Ulrike Ottinger, Michael Oppitz und Bernd Scherer

Ulrike Ottinger ist vielfach preisgekrönte Filmemacherin, Künstlerin, Fotografin, Autorin, Theater- und Hörspielregisseurin. 1942 in Konstanz geboren, zog sie 1962 nach Paris, wo sie sechs Jahre lang als freie Künstlerin lebte und Vorlesungen in Kunstgeschichte, Religionswissenschaften und Ethnologie bei Claude Lévi-Strauss, Louis Althusser und Pierre Bourdieu besuchte. 1966 entstand ihr erstes Drehbuch mit dem Titel Die mongolische Doppelschublade. Es folgte eine Vielzahl an experimentellen Dokumentar- und Spielfilmen ( u.a.: Madame X, 1977; Freak Orlando, 1981; Südostpassage, 2002; Unter Schnee, 2011), die einen weiten Bogen von mytho- und ethnopoetischen Werken spannen sowie fotografischen Arbeiten, in denen sie sich den Kulturen verschiedener ostasiatischer und südosteuropäischer Länder, aber auch den gesellschaftlichen Verhältnissen ihrer Heimat widmet. Ihre Filme waren auf internationalen Festivals von Cannes bis Toronto zu sehen und wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. 1989 mit dem Preis der Publikumsjury Montréal und dem Bundesfilmpreis (Filmband in Gold für Johanna D´Arc of Mongolia), sowie 1986 (China. Die Künste – Der Alltag ) und 2008 (Prater) mit dem Preis der deutschen Filmkritik. Im Jahr 2011 wurde ihr der Hannah-Höch-Preis des Landes Berlin für ihr künstlerisches Lebenswerk verliehen.

Michael Oppitz ist Ethnologe und war bis zu seiner Emeritierung Professor an der Universität Zürich und Leiter des angegliederten Völkerkundemuseums. Weltweit bekannt wurde er für seine Feldforschung auf dem Gebiet des Schamanismus im Himalaya. Ende der 1970er Jahre reiste er dreimal nach West-Nepal, wo er während sieben Jahren das Bergvolk der nördlichen Magar erforschte. Daraus resultierte der epische Dokumentarfilm Schamanen im blinden Land (1980), der zu einem Klassiker der visuellen Anthropologie wurde, sowie das gleichnamige „Bilderbuch“. Zu seinen weiteren Publikationen zählen: Notwendige Beziehungen. Abriss der Strukturalen Anthropologie (1975), Kunst der Genauigkeit. Wort und Bild in der Genauigkeit (1989), Naga Identitäten : Zeitenwende einer Lokalkultur im Nordosten Indiens (2008), Die verlorene Schrift (2008).