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Sa, 24. Oktober 2015

Communal by Commune. The Perpetually Negotiable Dwelling

Mit Galia Bar Or (Kuratorin) und Zvi Efrat (Architekt)

Beinahe 100 Jahre nach seiner Gründung arbeitet der Kibbuz Jagur immer noch gemeinwirtschaftlich und verwirklicht den Gedanken des Gemeinguts als Nährboden sozialer Praktiken und Formen von Räumlichkeit.

Die ersten Mitglieder von Jagur planten die Ansiedlung einer „großen Gruppe“, mithin einer neuen Lebensweise, die Elemente des Stadt- und des Landlebens miteinander verband. Sie hatten eine differenzierte Gesellschaft hunderter, in Industrie, Landwirtschaft, Bildung und auf verschiedenen Gebieten des geistigen Schaffens tätiger Mitglieder vor Augen, deren Beziehungen auf gegenseitiger Anerkennung und Freiheit innerhalb des jeweiligen gesellschaftlichen Rahmens beruhen.

Möglich wurde das durch ein Gesellschafts- und Wirtschaftssystem auf der Grundlage von völliger Gleichheit und Gemeinbesitz. Wider alle gängigen Muster des Bauens und Wohnens, die ländliche Siedlungen und einförmige Stadtgemeinden sonst prägen, verlässt sich Jagur auf die ständige Zufuhr von Expertenwissen, um seiner soziokulturellen Eigentümlichkeit Ausdruck und Form zu geben. Hinzu kommt die laufende Pflege des eigenen informellen Savoir-faire, das Brücken zwischen Fachleuten und Amateur*innen, Theoretiker*innen und Bastler*innen schlägt.