Mi, 30. September 2015 — So, 04. Oktober 2015

Die Anwesenden werden gebeten, den Schlusschor stehend mitzusingen. Der Erste Weltkrieg im Konzert

Konzertprogramme geben Einblick in Musikpräsentationen in der Zeit des Ersten Weltkriegs.

Das deutsche Konzertleben zu Beginn des Ersten Weltkriegs war durchdrungen von den großen Gesten einer kriegerischen Aufbruchsstimmung: Angefangen mit Nun danket alle Gott bei der Mobilmachung vor dem Berliner Schloss, wurden religiöse und nationale Hymnen der Einigung und Stärke, bekennerhafte Kompositionen wie Max Regers Vaterländische Ouvertüre, aber auch Gassenhauer wie Der Soldate ist der schönste Mann im ganzen Staate in großen Mengen konzertant verbreitet.

Doch die Stimmung kippte schnell: Bereits im Dezember 1914 beschwerte sich der Musikkritiker Bruno Schrader über das Abspielen des Kaisermarsches zum Ende eines jeden Orchesterabends. Und irgendwann war vom ersten Enthusiasmus nichts mehr zu vernehmen – am Ende der vier Jahre dauernden Welterschütterung verblieben auf den Programmzetteln hauptsächlich Requiems und eine leiderfahrene „Bitte um Beitrittsmeldungen stimmbegabter Damen und Herren“, „um die in unsern Gottesdiensten nun seit zwei Jahren schmerzlich vermissten Chorgesänge wieder erklingen zu lassen“. Einer Auswahl an Konzertprogrammen des Staatlichen Instituts für Musikforschung gibt Einblicke in das Konzertleben der Zeit um 1914–1918.