So, 28. Juni 2015

Great Ape Cinema: Expertinnenführung mit Rachel Mayeri

Regisseurin Rachel Mayeri posiert als Adoptivmutter des Shimpansen Carla (gespielt von Denise Pearlman) | In „Primate Cinema: Apes as Family“ | Foto: Matt Chaney

Regisseurin Rachel Mayeri posiert als Adoptivmutter des Shimpansen Carla (gespielt von Denise Pearlman) | In „Primate Cinema: Apes as Family“ | Foto: Matt Chaney

Die Darstellung von Affen in Filmen verrät ironischerweise viel darüber, was Menschsein bedeutet. Doch wie müsste eigentlich ein Kino für ein Publikum aus Menschenaffen aussehen? In ihrer Führung zeigt die Künstlerin Rachel Mayeri Filmmaterial, das sie für die Schimpansen im Edinburgher Zoo produziert hat und hinterfragt die Rolle der Affen in unserer Kultur.

Die in Los Angeles arbeitende und lebende Künstlerin Rachel Mayeri arbeitet an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst. Ihre Videos, Installationen und Schreibprojekte erkunden ein breites Spektrum an Themen, von der Geschichte der Trickeffekte bis hin zum menschlichen Tier. In den letzten Jahren arbeitet sie an einer Serie von experimentellen Videos mit dem Titel „Primate Cinema“, die sich dem Primatenkontinuum widmen.

2011 erhielt sie ein bedeutendes Stipendium vom britischen Wellcome Trust, um Videos zu machen, mit denen gefangene Schimpansen unterhalten werden. Das Projekt, vom Arts Catalyst in Auftrag gegeben, heißt „Primate Cinema: Apes as Family“ (Primatenkino: Affen als Familie). Eine einkanalige Videoversion des Projekts wurde 2013 für das Sundance Film Festival, die Berlinale, das True/False Film Fest sowie das International Festival of New Media Art and Video Transitio_MX. ausgewählt. Eine 22-minütige zweikanalige Videoinstallation wurde erstmalig beim Festival Abandon Normal Devices gezeigt. Sie war ebenso beim Edinburgh Art Festival zu sehen und gewann einen Preis für Hybrid Art bei der Ars Electronica.

Ihre Arbeit „Primate Cinema: Baboons as Friends“ (Primatenkino: Paviane als Freunde) ist eine Reinszenierung eines Pavian-Gesellschaftsdramas mit menschlichen Schauspieler*innen, in Zusammenarbeit mit der Primatologin Deborah Foster produziert. Sie wurde Semifinalist bei der International Science & Engineering Visualization Challenge (gesponsert von der National Science Foundation und der Zeitschrift Science) und wurde im Museum für zeitgenössische Kunst in Dänemark gezeigt. Als Gastkuratorin im Museum of Jurassic Technology arbeitete sie an einer Ausstellung über Trickeffekte, Wunder und Katastrophen in der Bühnenmechanik in der Renaissance und im Barock mit. Mayeri ist Associate Professor of Media Studies am Harvey Mudd College.