So, 21. Juni 2015

Masken des Humanen. Anmerkungen zu Pierre Huyghe und anderen Primaten

Expertinnenführung mit Hanna Engelmeier

Pierre Huyghe, ohne Titel (Human Mask), 2014 Filmstill | Courtesy Marian Goodman Gallery, New York; Hauser & Wirth, London; Esther Schipper, Berlin; Anna Lena Films, Paris.

Pierre Huyghe, ohne Titel (Human Mask), 2014 Filmstill | Courtesy Marian Goodman Gallery, New York; Hauser & Wirth, London; Esther Schipper, Berlin; Anna Lena Films, Paris.

Hanna Engelmeier arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum und ist Koordinatorin der DFG-Forschergruppe „Medien und Mimesis“. Zu ihren Forschungsschwerpunkten historische Anthropologie, Tierstudien, Medienanthropologie und Mimesis veröffentlichte sie zahlreiche wissenschaftliche Beiträge. Zudem schreibt sie für Zeitschriften wie das Süddeutsche Zeitung Magazin, fluter und Merkur – Zeitschrift für europäisches Denken.

In ihrer Dissertation, die im Herbst 2015 mit dem Titel „Der Mensch, der Affe. Anthropologie und Darwin Rezeption in Deutschland 1850-1900“ erscheint, untersucht die Kulturwissenschaftlerin die Entwicklung der deutschen Anthropologie anhand der Diskussionen, die über die Verwandtschaft von Menschen und Affen geführt wurden. Durch die Anbindung an die Evolutionsbiologie des 19. Jahrhunderts wird das Wechselverhältnis von literarischer Erzählung, Ikonografie und Naturwissenschaft zum Schauplatz einer Anthropologie, die ohne die Figur des Affen nicht mehr auskommt: Das Wissen über den Menschen wird erst durch das Wissen über den Affen zu einer gültigen Erzählung. Die vielfachen und teils widersprüchlichen Weisen, in denen der Affe als zentrale Figur Ästhetik, Kunst und Naturwissenschaft zusammenbringt um die Rede von „dem Menschen“ zu ermöglichen, sind der Kern von Engelmeiers Zugang zum Thema.