Fr, 27. Februar 2015

Mit Farocki denken 2

Mit Filipa César, Diedrich Diederichsen, Klaus Wyborny und Anselm Franke

Filmemacher, Mentor und Lehrmeister. Dieser Tag ist Harun Farocki gewidmet. Langjährige Weggefährt*innen, Freund*innen und Begleiter*innen zeichnen in einer Intensivserie von Präsentationen und Betrachtungen sein Wirken nach.

Moderation: Michael Baute (Autor, Kurator, Berlin)

Programm

14h – 14.30h
The Trouble with Palms
Filipa César (Künstlerin, Filmemacherin, Berlin)

14.30h – 15h
1978 – 1972 – 1969
Diedrich Diederichsen (Kulturwissenschaftler, Journalist, Berlin)

15h – 15.30h
Krieg der Welten
Klaus Wyborny (Filmemacher, Schauspieler, Hamburg)

15.30h – 16h
Map – Matching
Anselm Franke (Kurator, Autor, Haus der Kulturen der Welt, Berlin)

Beitragende

Michael Baute ist Autor, Dozent und Medienarbeiter. Seit 1992 schreibt und veröffentlicht er zu Kino in Büchern, Katalogen, Zeitschriften sowie im von ihm 2001 mitgegründeten Weblog newfilmkritik.de. Zusammen mit Volker Pantenburg ist er Mitherausgeber von Minutentexte. The Night of the Hunter (2006) und Co-Autor des auf jenem Buch basierenden Hörspiels Minutentexte (2008). 2008/2009 war er künstlerischer Leiter des Projekts Kunst der Vermittlung. Aus den Archiven des Filmvermittelnden Films (kunst-der-vermittlung.de), welches sich mit der Erforschung, Sammlung und Verbreitung audiovisueller Formen von Film- und Kinovermittlung beschäftigte. Seit 2010 führt er regelmäßig Lehrveranstaltungen und Workshops zu Filmvermittlung und Filmvermittelndem Film durch, inklusive Produktion von Video-Essays.

Filipa César ist Künstlerin und Filmemacherin und lebt in Berlin. In ihrer Arbeit reflektiert sie Themen von politischer und gesellschaftlicher Bedeutung. Sie untersucht die fiktiven Aspekte des Dokumentarfilm-Genres und die Politik hinter der Schaffung von bewegten Bildern. Ihre Arbeit umfasst die filmische Sprache des Geschichtenerzählens, der Aufzeichnung, des Dokumentarischen und des Experimentellen.

Diedrich Diederichsen ist Professor für Theorie, Praxis und Vermittlung von Gegenwartskunst am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften der Akademie der Bildenden Künste Wien. Seit den 1980er Jahren veröffentlicht er regelmäßig zu Gegenwartskunst, Pop-Musik und zeitgenössischer Musik, Kino, Theater, Design und Politik, u.a. in die tageszeitung, Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, theater heute und Texte zur Kunst. Zu seinen letzten Veröffentlichungen zählen Über Pop-Musik (2014), The Sopranos (2012), Psicodelia y ready-made (2010) und Utopia of Sound (2010). Gemeinsam mit Anselm Franke kuratierte er 2013 die Ausstellung The Whole Earth im Rahmen des Anthropozän Projektes am Haus der Kulturen der Welt, Berlin.

Anselm Franke ist Kurator und Kritiker und seit Januar 2013 Leiter des Bereichs Bildende Kunst am Haus der Kulturen der Welt. Dort kuratierte er zusammen mit Diedrich Diederichsen The Whole Earth und mit Annett Busch After Year Zero (beide 2013) und jüngst Forensis zusammen mit Eyal Weizman (2014). Sein Projekt Animismus wurde in verschiedenen Versionen in Antwerpen, Bern (2010), Wien (2011), Berlin und bei e-flux New York (2012) präsentiert. Franke hat zahlreiche Publikationen herausgegeben und veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Zeitschriften wie Metropolis M, e-flux journal und Cabinet. Zudem war er Kurator der Taipei Biennale 2012 und der Shanghai Biennale 2014.

Klaus Wyborny gehört zu den profiliertesten Vertretern des internationalen Avantgardefilms. Seine Filme sind in den Sammlungen zahlreicher Museen vertreten, darunter dem New Yorker Museum of Modern Art. Er unterrichtete an diversen Universitäten und Kunsthochschulen wie der Ohio State University, Columbus, dem California Institute of the Arts, Valencia, und der Berliner Akademie der Künste. 2009 wurde er Professor an der Hochschule Mannheim. Er hat ein vielschichtiges Werk geschaffen, das die Grenzen zwischen Experimental-, Dokumentar- und Essayfilm auslotet. Seine Arbeiten Elementare Schnitt-Theorie des Spielfilms (2013) und Grundzüge einer Topologie des Narrativen (2014) öffneten filmtheoretisches Neuland. 2013 erhielt er in Frankreich den Prix Walter Benjamin.