Sa, 28. Februar 2015

HÄNDE / WERKZEUG / GESTEN

Mit Birger Priddat, Christine N. Brinckmann, Wolfgang Beilenhoff, John Akomfrah, Bernhard Siegert und Gregory Williams

Ausgewählte Workshopfilme aus den 15 Städten sind visueller Ausgangspunkt wie auch gemeinsame Wissensbasis des zweiten Konferenztages, dessen Konzept gemeinsam mit Farocki und Ehmann entwickelt wurde: Sortiert nach thematischen und assoziativen Begriffsfeldern eröffnen spezifisch ausgewählte Filme den Einstieg in die Panels.

HÄNDE / WERKZEUG / GESTEN
Skizziert wird die Produktions- und Transformationsgeschichte(n) von Arbeit im Spannungsfeld von materieller und immaterieller Produktion anhand kulturhistorischer, philosophischer und filmtheoretischer Beobachtung von Arbeitsverrichtungen. Welche Fertigungs- und Produktionspraktiken, Medien und Techniken des Arbeitens, welche Choreographien und Gesten des Arbeitens werden in den Filmen verhandelt und gezeigt? Welche individuellen und gesellschaftlich wirksamen Regulierungen und Bindungspotentiale werden sicht- oder bleiben unsichtbar bei den Verrichtungen von Arbeit?

Mit
Birger Priddat (Ökonom, Philosoph, Universität Witten/Herdecke), Christine N. Brinckmann (Filmwissenschaftlerin, Universität Zürich) gemeinsam mit Wolfgang Beilenhoff (Filmwissenschaftler, Ruhr-Universität Bochum), John Akomfrah (Künstler, Autor, Theoretiker, London), Bernhard Siegert (Medienhistoriker und-theoretiker, Bauhaus-Universität, Weimar)
Moderation: Gregory Williams (Kunsthistoriker, Universität Boston)

Beitragende

John Akomfrah ist Künstler, Autor und Kultur-Aktivist, der bereits mehrere Dokumentar- und Spielfilme gedreht und Installationen in Galerien geschaffen hat, die in Afrika, Asien, Europa und Nordamerika ausgezeichnet wurden und bei Kritikern großen Anklang fanden. Der Pioniere des Black British Cinema und Wegbereiter der digitalen Filmkunst in Großbritannien war Gründungsmitglied des Black Audio Film Collective. Seine jüngsten Arbeiten sind Peripeteia, Psyche, At the Graveside of Andre Tarkovsky und The Stuart Hall Project, eine Videoarbeit, die 2013 beim Sundance Film Festival in der World Documentary Competition Premiere feierte.

Wolfgang Beilenhoff ist emeritierter Professor für Filmwissenschaft am Institut für Medienwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Filmtheorie und Filmästhetik des russischen Formalismus sowie die mediale Differenz von Sehen und Lesen. Von 2002 bis 2008 war er Leiter des Forschungsprojekts Medialität und Körper: Das Gesicht im Film am interuniversitären kulturwissenschaftlichen Forschungskolleg Medien und kulturelle Kommunikation (Univ. Aachen, Bochum, Bonn und Köln). 2008/2009 war er Senior Fellow am IKKM (Bauhaus-Universität Weimar). Gegenwärtig arbeitet er an dem Forschungsprojekt Masse und Medium: Historische Figurationen filmischer MassenBilder.

Christine N. Brinckmann ist Filmkünstlerin und Filmwissenschaftlerin. Als erste Professorin für Filmwissenschaft in der Schweiz etablierte sie 1989 das Fach Filmwissenschaft an der Universität Zürich und legte damit das Fundament für ein Gebiet, das heute zum Fächerkanon der Geisteswissenschaften zählt. Bis 2002 war sie ordentliche Professorin für Filmwissenschaft an der Universität Zürich. Sie publizierte bedeutende Texte zu Filmgeschichte und Erzähltheorie, insbesondere des Hollywoodfilms, zum amerikanischen Dokumentarismus, zur Ästhetik des Experimentalfilms und zu feministischen Fragestellungen. Ihre Filme wurden bei zahlreichen internationalen Experimentalfilm-Festivals gezeigt.

Birger Priddat ist Professor, Philosoph und Ökonom. Seit 2009 hält er den Lehrstuhl für Volkswirtschaft und Philosophie an der Wirtschaftsfakultät der Universität Witten/Herdecke inne und war außerdem Gastprofessor an der Zeppelin Universität Friedrichshafen bis 2014. Von 2010 bis 2012 war er Fellow der Forschungsinstitution Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik an der Universität Basel, Gastprofessor an der Universität Basel 2011-2013 und am Exzellenzcenter der Universität Konstanz (Kulturwissenschaften: Subgroup „Nichtwissen“) 2011/2012. Seine Monografie Akteure, Verträge, Netzwerke. Der kooperative Modus der Ökonomie (2012) schließt an seine intensive Forschung zur Theorie der politischen Ökonomie, zur Zukunft der Arbeit und zur Geschichte des ökonomischen Denkens an.

Bernhard Siegert ist Kultur- und Medienwissenschaftler. Er ist Gerd-Bucerius-Professor für Geschichte und Theorie der Kulturtechniken an der Bauhaus-Universität Weimar und seit 2008 Direktor des Internationalen Kollegs für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie (IKKM) in Weimar. Seit 2013 ist er außerdem Sprecher der DFG-Forschergruppe „Medien und Mimesis“. Seine Arbeitsschwerpunkte sind: Das Schiff; Genesis und Grenzen der Repräsentation; Exzessive Mimesis; textile Medien – textile Künste; Geschichte und Theorie der Kulturtechniken. Sein aktuelles Buch Cultural Techniques: Grids, Filters, Doors, and Other Articulations of the Real erscheint 2015 in New York. Er ist Herausgeber der Zeitschrift für Medien- und Kulturforschung und des Archivs für Mediengeschichte.

Gregory Williams leitet das Graduiertenkolleg für Kunst- und Architekturgeschichte und ist Professor für Zeitgenössische Kunst an der Boston University. Er ist Editor-at–Large des Brooklyner Magazins Cabinet und hat zahlreiche Kunstkritiken in Zeitschriften veröffentlicht, z.B. in Art Journal, Artforum, frieze, Parkett und Texte zur Kunst. Er hat Katalogbeiträge und Aufsätze über Martin Kippenberger, Imi Knoebel, Rosemarie Trockel und Cosima von Bonin, u.a geschrieben. Sein Buch Permission to Laugh: Humor and Politics in Contemporary German Art wurde 2012 veröffentlicht. Zusammen mit Roy Grundmann leitete Williams im November 2014 in Boston die Konferenz Eine Einstellung zur Arbeit.