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Mo, 17. November 2014

An Ecosystem of Excess

mit Pinar Yoldas und Regine Hengge

Anthropocene Campus | Illustration: Benedikt Rugar

Anthropocene Campus | Illustration: Benedikt Rugar

Pinar Yoldas (Programme for Visual & Media Arts, Duke University, North Carolina) und Regine Hengge (Institut für Biologie, Humboldt-Universität zu Berlin)
Mit einer Einführung von Heike Mertens (Schering Stiftung, Berlin)

Die türkische Künstlerin Pinar Yoldas widmet ihre Arbeit dem Great Pacific Garbage Patch, einem Müllstrudel aus mehreren Millionen Tonnen Plastikabfällen im Nordpazifik. Nach der »Ursuppen«-Theorie begann das Leben vor vier Milliarden Jahren in den Meeren, wo anorganische Materie zu organischen Molekülen umgewandelt wurde. Heute ist aus den Meeren eine Plastiksuppe geworden. Pinar Yoldas stellt die Frage, welche Lebensformen aus dem Urschlamm der heutigen Meere entstehen könnten. Mit An Ecosystem of Excess hat sie ein posthumanes Ökosystem spekulativer Organismen mitsamt ihrer imaginären Umwelt geschaffen. Die Arbeit ist ein evolutionäres Experiment, das 2014 für die Dauer ihrer Ausstellung in der Schering Stiftung in Berlin durchgeführt wurde. Regine Hengge ist Professorin für Mikrobiologie. Sie hat Bakterien aus Yoldas’ »Plastiksuppe« isoliert und gezüchtet und bezieht diese in ihre Präsentation der visuellen Wunderwelt bakterieller Mikrofilme ein. Wenngleich unsichtbar, besiedeln Bakterien jeden Fleck auf Erden, auch den Körper des Menschen. Sie können sich an extreme Umweltveränderungen anpassen und haben bei der Entstehung unserer heutigen Atmosphäre eine Schlüsselrolle gespielt.

In Kooperation mit der Schering Stiftung.