Sa, 18. Oktober 2014

Petrogeology and Denial | Archaeology and Aesthetics

mit Matt Edgeworth, Chus Martínez, Naomi Oreskes und Colin P. Summerhayes

A Matter Theater | © Sholem Krishtalka, 2014

A Matter Theater | © Sholem Krishtalka, 2014

Petrogeology and Denial
Naomi Oreskes (Department of the History of Science, Harvard University, Cambridge, Mass.) und Colin P. Summerhayes (Scott Polar Research Institute, Cambridge, UK)

Eines der irritierendsten Merkmale des Anthropozäns ist, dass der politisch-industrielle Komplex in seiner Reaktion auf die damit verbundene Krisensituation nicht nur teilnahmslos wirkt, sondern sich vielmehr leidenschaftlich dafür einsetzt, den Status quo ihrer Interessen aufrechtzuerhalten. Dieser Exchange nähert sich dem Thema aus der Verbindung von wissenschaftlicher Lagerstätten-Erkundung und dem De-facto-Erfolg der Leugnung der Erderwärmung an, einem Nexus, der die Welt weitermachen lässt wie bisher. Diskutiert wird zudem die schizophrene Position der Geologie zwischen angewandter Naturwissenschaft im Dienste des Abbaus von Ressourcen und den Einsichten ihrer unmittelbaren Kollegen über dessen verheerende Auswirkungen.

Archaeology and Aesthetics
Chus Martínez (Institut Kunst, Fachhochschule Nordwestschweiz, Basel) und Matt Edgeworth (School of Archaeology and Ancient History, University of Leicester)

Die Vergangenheit zu bergen – inmitten geologischer und vom Menschen geformter Schichten –, ist ein sehr materiebewusster Akt. Das Kuratieren wiederum erscheint oft als ein Verfahren, sich den Wissensschichten ästhetischer Formen auf dinglicher Ebene zu nähern. Wie verhält sich die überaus sinnliche Praxis des Umgangs mit dem in der Erde Verborgenen zur Zurschaustellung von zeitgenössischen Artefakten? Die Kuratorin Chus Martínez und der Archäologe Matt Edgeworth nähern sich aus verschiedenen Blickwinkeln der Lebendigkeit des Materiellen.