Sa, 18. Oktober 2014

A Life

mit Elizabeth A. Povinelli, Franck Leibovici und Gästen

A Matter Theater | © Sholem Krishtalka, 2014

A Matter Theater | © Sholem Krishtalka, 2014

Elizabeth A. Povinelli (Department of Anthropology, Columbia University, New York) und Franck Leibovici (Künstler, Paris) mit Jan Zalasiewicz (Department of Geology, University of Leicester) und Matt Edgeworth (School of Archaeology and Ancient History, University of Leicester)

Die neoliberalen Bedingungen der sozialen und kulturellen Differenzierung und der Kapitalisierung und Auszehrung allen Lebens scheinen dem Lebendigen als Kategorie fundamental entgegengesetzt. Tatsächlich ist von einer morbiden Betonung des Todes zu sprechen: Regime der Inklusion und Exklusion, des Aufgebens und des Aushaltens haben eine Biopolitik des reinen Überlebens organisiert. Welche situativen und ethnografischen Praktiken der Aufzeichnung und Verteilung sind notwendig, um diese Narrative des Lebenskampfes zu überwinden? A Life erweitert den Forschungsgegenstand der Biopolitik um jene Kräfte, die Leben begründen und animieren, wie auch um diejenigen Kräfte, die definieren, was es bedeutet lebendig zu sein. »Formen des Lebens« (Franck Leibovici) gehen dabei weit über biologische Register hinaus und schließen diverse Akteure wie beispielsweise wissenschaftliche Daten mit ein, ein komplexes Ökosystem – im erweiterten Sinne einer Assemblage – der Interaktion von lebendigen und nicht-lebendigen Wirkmächten. Das Anthropozän sollte dementsprechend als eine Idee verstanden werden, die durch diese diversifizierten Akteure seiner Erzeugung animiert und erhalten wird: Wissenschaftler, Messwerte, Sedimente, Dokumente, die als Kräfte des Lebendigen agieren. Diese Practiceplädiert für einen neuen ökologischen Ansatz in unserem In-der-Welt-Sein.