Sa, 18. Oktober 2014

Corporeality

mit Yannis Hamilakis und Rana Dasgupta

A Matter Theater | © Sholem Krishtalka, 2014

A Matter Theater | © Sholem Krishtalka, 2014

Yannis Hamilakis (Department of Archaeology at Southampton University, Southampton) und Rana Dasgupta (Autor, New Delhi)

Der Begriff des Körpers geht über den anthropozentrischen Reduktionismus hinaus und versucht stattdessen, den feinen Unterschied zwischen »einen Körper haben« und »ein Körper sein« zu artikulieren, zwischen physischer Verkörperung und dem Zufall der Leiblichkeit. Der menschliche Körper als solcher entfaltet und konfiguriert sich in seinen Interaktionen mit Materie neu und nimmt hybride Erweiterungen, Tierwerdungen und pulsierende Verwicklungen mit dem Stoff und den Substanzen der Welt an. Diese Practice verfolgt die affektiven Auswirkungen, die Narrative der Leiblichkeit auf den Körper haben, und betrachtet den Körper dabei als ein Sinnesregime, das von gesellschaftlichen und formverändernden Technologien in Frage gestellt wird. Indem wir uns zwischen den Begriffen des Primitiven und Ursprünglichen bewegen, einem angenommen »natürlichen Zustand«, der dem homo sapiens inhärent ist, wird die Verbindung einer scheinbar stabilen Vergangenheit mit einer unsicheren Zukunft anhand von historischem, literarischem und archäologischem Material untersucht. Womöglich ist es die sinnliche Erfahrung, welche die Aufgabe des Archäologen, eine vergangene Welt zu rekonstruieren, und die imaginative Beschwörung von dramatis personaein einem fiktiven Paralleluniversum eines Autors verbindet? Durch die Untersuchung der Evolution des Körpers in Beziehung zu seiner Geschichtlichkeit will diese Practice Körper als Assemblagen von Menschen, Dingen und Ideen postulieren, als physische Prozesse verwickelter Bewegungen, bestimmt von den divergenten Eigenschaften von Berührung, Emotion und Erinnerung.