Do, 16. Oktober 2014

Wonder

mit Molly Nesbit, Tomás Saraceno und Gästen

A Matter Theater | © Sholem Krishtalka, 2014

A Matter Theater | © Sholem Krishtalka, 2014

Molly Nesbit (Department of Art, Vassar College, Poughkeepsie, NY), Tomás Saraceno (Künstler, Berlin) und Gäste

Performances von:
Cyrtophora citricola quintet on Steatoda Virgo cluster
& Tegenaria atrica on ‘Hybrid web-instrument NGC 5195: Messier 51b

Was ist die primäre Erfahrung von Wissen? In der Begegnung mit dem »Wunderbaren«, dem Abseitigen und schwer Fassbaren, das sich den etablierten wissenschaftlichen Methoden und Alltagspraxen entzieht, öffnen sich neue Wissenshorizonte. Friedrich Nietzsches »fröhliche Wissenschaft«, die die Fantasie, die Kreativität und das Ungewöhnliche als Wissenszugänge aufwertet, betont die Notwendigkeit, sich dem Wunder zu öffnen, um dem Neuen zu begegnen. Obwohl wir Fakten wissen, erzählen wir immer noch Geschichten. Obwohl die Wissenschaft Dinge klärt und aufklärt, übertreten ihre tiefgreifenden Untersuchungen die Schwelle des Ästhetischen. Das Staunen dient unserer Vernunfts- wie Sinnesbildung; es beeinflusst unsere Entscheidungen, prägt unsere Ausdrucksweisen und unser Wissen. Somit trägt es das Potenzial des Utopischen in sich, das selbst wiederum Bestandteil transformatorischer Prozesse sein kann. Die Practice Wonderentfaltet eine Reihe von Begegnungen: »Soziale Spinnen«, Musik, Netze, Träume, Botschaften und unangekündigte Gäste formen ein Konzert der Ideen. Die alte Frage der Utopie kehrt in neuer Form zurück. Sie ist schwierig: Was ist eine nachhaltige Ästhetik?

Dank an: Adrian Krell, Jol Thomson, Odysseas Klissouras, Dorota Gaweda, Jo Grys und Prof. Dr. Hannelore Hoch und Dr. Roland Mühlethaler vom Museum für Naturkunde, Hemiptera Research Group, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin und Polytec für die Unterstützung der Practice Wonder, sowie Les Documents Cinématographiques, Paris, insbesondere Marie Jäger, der wir das Screening von Jean Painlevé, »Hippocampe / the Sea Horse«, (1934) zu verdanken haben