Do, 26. Juni 2014

Extreme Orbits Before and After Sentience: A Noosphere in Nothingness as Real Science Fiction

mit Iain Hamilton Grant und Steven Shaviro

Man hat schon bemerkt, dass die äußerst merkwürdigen Auffassungen der modernen Physik von Natur, Raum und Zeit zunehmend den phantastischen Ideen der Science Fiction ähneln. Es scheint in der Tat eine der Aufgaben der SF zu sein, die kosmologischen Seltsamkeiten der Wissenschaft greifbarer und konkreter zu machen.

In den letzten Jahren haben dabei viele SF-Romane Fragen nach der Natur des Bewusstseins, des Denkens und des Empfindungsvermögens gestellt, aber auch komplexe theoretische Phänomene untersucht, wie z. B. das Ende des Universums und die Beobachtbarkeit dieses Endes vom Blickpunkt eines innerhalb desselben Universums situierten Zuschauers. Oft erweisen sich diese Untersuchungen gerade dann als besonders effektiv, wenn sie nicht so sehr das Absonderliche setzen als vielmehr das Gewöhnliche subtrahieren: Was bleibt wenn das Subjekt oder andere wesentliche Elemente der Welt-wie-wir-sie-kennen aus der kosmischen Gleichung entfernt werden? Gibt es dann noch Empfindungsvermögen? Und, falls man sich auf besonders exzentrischen Umlaufbahnen bewegt, gibt es nach der Auflösung aller Dinge noch eine Natur nach der Natur? In diesem Workshop werden der Philosoph Iain Hamilton Grant und der Kulturwissenschaftler Steven Shaviro solche investigativen Aspekte der SF erkunden, unter besonderer Berücksichtigung der Romane „Blindsight” von Peter Watts und „Ring” von Stephen Baxter, ebenso wie einiger bekannter und weniger bekannter SF-Filme.


Programm
12:00-12:15 h: Einführung von Armen Avanessian und Björn Quiring

12:15-13:45 h: Steven Shaviro: Präsentation und Diskussion

13:45-14:30 h: Mittagspause

14:30-16:00 h: Iain Hamilton Grant: Präsentation „The Remains of the World? Nature after Nature“ und Diskussion

16:00-16:30 h: Kaffeepause

16:30-18:00 h: Filmausschnitte und Diskussion


Iain Hamilton Grant ist Professor für Philosophie an der University of the West of England in Bristol. Sein Interesse gilt der Naturphilosophie, zeitgenössischer französischer Philosophie und antiker Philosophie (vor allem dem Platonismus und dem Neoplatonismus). Er ist unter anderem Übersetzer zahlreicher Werke französischer und deutscher Sprache, darunter Jean Baudrillards Symbolic Exchange and Death und Jean-François Lyotards The Libidinal Economy und Autor von Philosophies of Nature After Schelling.

Steven Shaviro hat die DeRoy Professur für Englisch an der Wayne State University inne und ist u.a. Autor von The Cinematic Body (1993), Doom Patrols: A Theoretical Fiction About Postmodernism (1997), Connected, Or, What It Means To Live in the Network Society (2003), Without Criteria: Kant, Whitehead, Deleuze, and Aesthetics (2009), and Post-Cinematic Affect (2010). Er arbeitet aktuell zu Fragen des Spekulativen Realismus, zu Stilen der Post-Kontinuität im Film/ Kino der Gegenwart, Musikvideos und aktueller Science und Horror Fiktionen. Er bloggt auf Pinocchio Theory ( www.shaviro.com/Blog ).


In Kooperation mit: Freie Universität Berlin, Sonderforschungsbereich 626