Sa, 31. Mai 2014

Narco-Capitalism. Mexico on the Brink - The Femicide Machine (Teil 1)

Sylvère Lotringer mit Jesse Lerner, Sergio González Rodríguez und Sofia Canales

Photo © Maya Goded

Photo © Maya Goded

Seit der frühere mexikanische Präsident Felipe Calderón 2006 den Drogen den Krieg erklärte, hat eine immer brutalere Welle der Gewalt das Alltagsleben in Mexiko erfasst. Das Phänomen hat eine ganze Bandbreite von Antworten in der Populärkultur Mexikos hervorgerufen und greift in komplexer Art und Weise auch auf die USA, Europa sowie Lateinamerika über.

Man sollte diesen Zustand der Gewalt nicht als eine Fehlentwicklung innerhalb einer ansonsten herrschenden Ordnung betrachten, sondern vielmehr als die Wucherung des grausamen Zusammenwirkens von Migration, Korruption als Normzustand, organisiertem Verbrechen, einer in Auflösung befindlichen Staatsmacht und dem internationalen Drogen- und Waffenhandel. Narco-Capitalism. Mexico on the Brink ist ein Projekt des Kulturtheoretikers Sylvère Lotringer und des Dokumentarfilmemachers Jesse Lerner mit dem Journalisten und Autor Sergio González Rodríguez. Anhand von Dokumentationen, Originalinterviews, populärer Musik, Low-Budget-Filmen u.a. werden die Teilnehmer in drei Sitzungen die Überschneidungen von extremer Gewalt, Schwund des Staates und Narco Cultura offenlegen. Der erste Teil konzentriert sich auf Ciudad Juárez, eine ≫gesetzlose≪ Grenzstadt im Norden Mexikos. Der zweite versucht darzustellen, was passiert, wenn Drogenhändler über genügend Macht verfügen, um die Politik zu infiltrieren. Die Schlusssitzung beschäftigt sich mit Reaktionen auf den Drogenhandel von den Narcocorridos über Genrefilme bis zum Roman 2666 des chilenischen Autors Roberto Bolaño und mehr.