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So, 01. Juni 2014

Buried Alive

Roee Rosen

Roee Rosen, Still from The Buried Alive Videos, 2013 | Photo © Roee Rosen

Roee Rosen, Still from The Buried Alive Videos, 2013 | Photo © Roee Rosen

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts emigriert ein russischer Künstler und Dichter mit dem Pseudonym Maxim Komar-Myshkin nach Tel Aviv, wo er mit ehemaligen sowjetischen Künstlern die "Buried Alive Group" formt. Dieses Kollektiv widmet sich in kompletter Selbstisolation ausschließlich der politischen Lage in ihrem Heimatland.

Im Manifest von 2004 heißt es: „Wir sind lebende russische Leichen, ein Rudel spiritueller Zombies. Wir haben uns in voller Absicht im Nahen Osten selbst begraben, doch immer noch leben wir unsere russische Vergangenheit. Wir sind die Lebendig Begrabenen.“ 2011 begeht der erfundene Künstler Komar-Myshkin Selbstmord. Er hinterlässt u. a. Vladimir’s Night, ein illustriertes Album, das um einen kindlichen Avatar von Wladimir Putin kreist: eine grausame Fabel, politische Allegorie und Artefakt der Paranoia zugleich. Mit Buried Alive weitet Rosen seine Untersuchungen über das Schaffen fiktiver Künstler in der israelischen Diaspora aus. Dabei interessieren ihn besonders solche, die sowohl im Widerspruch zur Kultur, die sie umgibt, als auch zu der, die sie hinter sich gelassen haben, stehen. Dokumentierte sein früheres Projekt zu der jüdisch­belgischen Malerin Justine Frank (1900–1943) das Streben einer Einzelnen, steht dieses Unternehmen nun im Zeichen einer Gruppendynamik. Die Buried Alive Group wird beim Berlin Documentary Forum 3 mit einem Screening und einem Live-Konzert präsentiert: eine detailreiche Multimediafabrikation, die sich die Potenziale des Fiktiven zunutze macht, um sich zugleich indirekt den Zusammenhängen zwischen Identität, Archiv, Fabulierkunst und Wahrheit anzunähern.
An die Präsentation schließt sich ein Gespräch mit dem Kurator und Autor David Riff an.

Mit: Inbar Livne Bar-On (Gesang), Udi Bonen (Piano), Roee Rosen
Komponist: Igor Krutogolov
Editor: Max Lomberg