Do, 29. Mai 2014

ERÖFFNUNG: Riding on a Cloud

Rabih Mroué

Rabih Mroué, Riding on a Cloud, 2014

Rabih Mroué, Riding on a Cloud, 2014

Dieses Stück basiert auf der wahren Geschichte Yasser Mroués, des jüngeren Bruders von Rabih Mroué. Mit siebzehn Jahren erkrankte er nach einem im libanesischen Bürgerkrieg erlittenen Kopfschuss an Aphasie. Dieses »Problem mit Darstellungen«, wie sein Arzt es nannte, ließ ihn zwar Menschen und Dinge erkennen, wenn sie direkt vor ihm standen, jedoch nicht deren Abbildungen. Der Arzt schlug vor, er solle selbst Bilder machen, um zu einem Verständnis für das Verhältnis zwischen Wirklichkeit und Repräsentation zurückzufinden.

Mroués Performance nimmt genau dieses Verhältnis ins Visier: Wahrheitsbehauptungen erweisen sich als zufällig und vorläufig. Riding on a Cloud nutzt diverse Strategien, um einen Keil zwischen die schlichte Gleichsetzung von Realität und Darstellung zu treiben. Yasser tritt auf der Bühne als er selbst auf, spricht über sein Leben und projiziert die Videos, die er im Laufe seines Heilungsprozesses gedreht hat. Verflochten mit diesen autobiografischen Gesten ist eine Meditation über die Metamorphosen, die bei der Entstehung von Erzählungen geschehen.
Die fragmentarische Struktur von Riding on a Cloud und die Verschränkung unterschiedlicher Medienformate und Diskursregister zeigen eindrucksvoll Mroués anhaltendes Interesse an der Wechselhaftigkeit von Wahrheitskonstruktion in Folge von Konflikt und Trauma.

In Zusammenarbeit mit: Sarmad Louis
Mit: Yasser Mroué

Davor: Eröffnungsreden mit der Künstlerischen Leiterin Hila Peleg und Bernd M. Scherer, Intendant, Haus der Kulturen der Welt.