Fr, 21. März 2014

Was ist Autorschaft?

mit Martha Woodmansee, Jeanette Hofmann, Moderation: Thomas Ernst

Die urheberrechtliche Konzeption in Kontinentaleuropa beruht wesentlich auf dem Leitbild des Originalgenies aus dem 18. Jahrhundert. Ist dieses Konzept für zeitgenössische Produktionsformen von Literatur (noch) tragfähig? Martha Woodmansee stellt dar, in welchen kulturellen und historischen Kontexten sich die Vorstellung von Autorschaft entwickelt und wie sich die Bedingungen literarischer Produktion seither verändert haben. Das anschließende Gespräch hinterfragt die urheberrechtlichen Prämissen aus literatur- und sozialwissenschaftlicher Sicht. Ein besonderer Augenmerk wird dabei auf kollaborativen Schaffensprozessen liegen.


Die Konstruktion von Autorschaft
Vortrag von Prof. Martha Woodmansee (Literaturwissenschaften, Case Western Reserve University, Cleveland)

Kollaborative Autorschaft
Diskussion mit Dr. Thomas Ernst (Germanistik/Literatur und Medienpraxis, Universität Duisburg-Essen), Prof. Martha Woodmansee & Dr. Jeanette Hofmann (Politikwissenschaft, Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, Berlin)


Dr. Thomas Ernst, Germanistik/Literatur und Medienpraxis, Universität Duisburg-Essen, ist Akademischer Rat am Lehrstuhl von Prof. Dr. Rolf Pfarr im Studiengang Literatur und Medienpraxis der Universität Duisburg-Essen. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Neue Medien und Literatur, insbesondere Netzliteratur, und das geistige Eigentum. Sein Habilitationsvorhaben trägt den Arbeitstitel „Geistiges Eigentum. Wandel und Aporien einer interdisziplinären Konstellation vom 18. Jahrhundert bis heute“.

Prof. Dr. Jeanette Hofmann, Politikwissenschaft, Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, Berlin, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, ist Leiterin der Projektgruppe “Politikfeld Internet” am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und Ko-Direktorin des Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft. Dort leitet sie den Bereich Internet Policy and Governance. Sie hat eine Honorarprofessur für Internetpolitik am Zentralinstitut für Weiterbildung der Universität der Künste Berlin und Sie research associate am Centre for Analysis of Risk and Regulation (CARR) der London School of Economics and Political Science (LSE). In ihrer Arbeit setzt sie sich mit urheberrechtlichen Problemen aus politikwissenschaftlicher Sicht auseinander.

Prof. Martha Woodmansee, Literary Studies, Case Western Reserve University, Cleveland, OH, lehrt als Professor of English and Law an der Case Western Reserve University in Cleveland, OH. Sie war Direktorin der Society for Critical Exchange und Gründungsdirektorin der Internation Society for the History and Theory of Intellectual Property. In ihren interdisziplinären Studien beschäftigt sie sich vor allem mit der europäischen Literatur-, Buch- und Rechtsgeschichte des 18. Und 19. Jahrhunderts. Ihr besonderes Interesse gilt dabei der Entwicklung des Urheberrechts sowie der Konstruktion des Konzepts von Autorschaft. Ihre Schriften umfassen The Author, Art, and the Market (Columbia University Press 1994); The Construction of Authorship: Textual Appropriation in Law and Literature (zusammen mit Peter Jaszi, Duke University Press 1994), und Making and Unmaking Intellectual Property (mit Mario Biagioli, University of Chicago Press 2011).