Fr, 21. März 2014

Historische Entwicklung von Autoreninteressen

mit Katharina de la Durantaye, Jane C. Ginsburg, Katharina Hacker

Zum Auftakt der Tagung wird aus rechtshistorischer Sicht untersucht, wie sich die Interessen von Autoren entwickelt haben und zu welchem Zeitpunkt sie auf welche Weise verrechtlicht wurden. Katharina de la Durantaye wird urheberpersönlichkeitsrechtliche Aspekte in den Vordergrund stellen. Sie wurden bereits lange vor Entstehen des modernen Urheberrechts, beispielsweise im Rom der klassischen Antike, durch soziale Normen anerkannt. Die Forschungen von Jane C. Ginsburg belegen, dass vatikanische Privilegien, anders als gemeinhin angenommen, im 16. Jahrhundert nicht nur an Drucker, sondern in großem Umfang auch an Autoren vergeben wurden. Selbst im Privilegienzeitalter genossen also die Interessen von Autoren wenigstens teilweise rechtliche Anerkennung.


Vortrag Vatikanische Druckprivilegien im 16. Jahrhundert
Prof. Dr. Jane C. Ginsburg (Rechtswissenschaften, Columbia Law School, New York)

Vortrag Der Schutz literarischer Urheberschaft im Rom der klassischen Antike – Lehren für die Gegenwart?
Prof. Dr. Katharina de la Durantaye (Rechtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin)

Respondent: Katharina Hacker (Autorin, Berlin)

Gefolgt von einer Diskussion mit Katharina Hacker, Prof. Dr. Katharina de la Durantaye, Prof. Jane C. Ginsburg


Prof. Dr. Katharina de la Durantaye, LL.M. (Yale), Rechtswissenschaften (Humboldt-Universität zu Berlin), forscht als Juniorprofessorin für Bürgerliches Recht, insbesondere Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Humboldt-Universität zu Berlin unter anderem zu urheberrechtlichen Fragen. In ihrer Doktorarbeit untersuchte sie den „Schutz literarischer Urheberschaft im Rom der klassischen Antike“ (Mohr Siebeck, 2005). Ihr Buch “Allgemeine Bildungs- und Wissenschaftsschranke” erscheint im März open access und wird ab Mai als gedrucktes Buch bei MV Wissenschaft erhältlich sein. Sie leitet die Humboldt Law Clinic Internetrecht.

Prof. Jane C. Ginsburg, Rechtswissenschaften, Columbia Law School, New York, NY, lehrt als Morton L. Janklow Professor of Literary and Artistic Property Law an der Columbia Law School in New York, NY. Sie ist ausgewiesene Expertin des US-amerikanischen Copyright Law sowie des internationalen Urheberrechts. Ausgestattet mit einem Michael Sovern Felowship war sie für ihre jüngsten Forschungen zu Gast an der American Academy in Rom und hatte Zugang zum Vatikanischen Geheimarchiv. Anhand der dortigen Bestände untersuchte sie die Vergabe vatikanischer Privilegien an Autoren im 16. Jahrhundert.

Katharina Hacker, Autorin, Berlin, Literarischer Beirat Fiktion, lebt als freie Autorin in Berlin. Sie studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Freiburg und Berlin. Ihr literarisches Schaffen umfasst erzählende und essayistische Prosa sowie Übersetzungen aus dem Hebräischen. Ihr 2006 erschienener Roman Die Habenichtse wurde mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Katharina Hacker ist im Literarischen Beirat von Fiktion e.V.