So, 16. März 2014

Forensik und Menschenrechtsverbrechen

Wolfgang Kaleck im Gespräch mit Anselm Franke

Wolfgang Kaleck, Fachanwalt für europäisches und internationales Strafrecht und Menschenrechte und Generalsekretär des ECCHR, im Gespräch mit Anselm Franke

Moderation: Silvia Fehrmann


Wolfgang Kaleck, Fachanwalt für europäisches und internationales Strafrecht und Menschenrechte, gründete 2007 die juristische Menschenrechtsorganisation European Center for Constitutional and Human Rights, deren Generalsekretär er ist, gemeinsam mit anderen international tätigen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten. Das in Berlin ansässige ECCHR betreibt und unterstützt europaweit eine Vielzahl von Verfahren gegen staatliche und nicht-staatliche Akteure wegen Vergehen gegen das Völkerrecht. Im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte setzt es rechtliche Mittel gegen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen ein. Schon seit 1998 streitet Wolfgang Kaleck gemeinsam mit der Koalition gegen Straflosigkeit dafür, die Mitglieder der ehemaligen Militärjunta in Argentinien für die Ermordung und das Verschwinden von Deutschen während der Diktatur zur Verantwortung zu ziehen. Gemeinsam mit dem New Yorker Center for Constitutional Rights (CCR) hat er von 2004 bis 2008 Strafverfahren gegen US-Militärs, u. a. den US-Verteidigungsminister Rumsfeld, geführt. Wolfgang Kaleck ist Mitglied des Beirates am Zentrum für Europäische Rechtspolitik an der Universität Bremen (ZERP) und des Forum for International and Criminal and Humanitarian Law (FICHL). Zwei seiner Bücher sind kürzlich im Verlag Klaus Wagenbach auf Deutsch erschienen: „Mit zweierlei Maß. Der Westen und das Völkerstrafrecht“ (2012) und „Kampf gegen die Straflosigkeit. Argentiniens Militärs vor Gericht“ (2010). Seit Kurzem ist Wolfgang Kaleck der deutsche Rechtsberater von Edward Snowden.


Anselm Franke lebt und arbeitet als Kurator und Autor in Berlin und ist Research Fellow bei Forensic Architecture. Seit 2013 leitet er den Programmbereich Bildende Kunst und Film im Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin. 2012 war er Kurator der Taipei Biennale. Sein Projekt „Animism“ wurde von 2010 bis 2014 in Antwerpen, Bern, Wien, Berlin, New York, Shenzhen, Seoul und Beirut gezeigt. Am HKW kuratierte er gemeinsam mit Diedrich Diederichsen „The Whole Earth. Kalifornien und das Verschwinden des Außen” (2013) und mit Annett Busch „After Year Zero. Geographien der Kollaboration seit 1945“ (2013). Von 2006 bis 2010 war er künstlerischer Leiter der Kunsthalle „Extra City“ in Antwerpen, wo er Ausstellung wie „Sergei Eisenstein: The Mexican Drawings“ kuratierte. Er war Co-Kurator der Manifesta 7 in Trento, Italien. Bis 2006 war er Kurator der KW Institute for Contemporary Art in Berlin. Franke ist Herausgeber mehrere Publikationen und schreibt regelmäßig für Zeitschriften wie das e-flux journal und Parkett.