Fr, 14. Februar 2014

Kurzfilme 3 Kplus

Generation Kplus

Berlinale, Generation 2014 | Pigs | Ferkel, REGIE: Laura Mohai, USA/SGP/MYS 2013

Berlinale, Generation 2014 | Pigs | Ferkel, REGIE: Laura Mohai, USA/SGP/MYS 2013

Moy lichniy los' (Mein persönlicher Elch)

Regie: Leonid Shmelkov

Russische Föderation 2013, 17 Min, Russisch, Empfohlen ab 10 Jahren

Misha ist ein stiller und verträumter Junge. Nichts wünscht er sich mehr, als einmal einem richtigen Elch zu begegnen. Immer mit seinem Vater auf dem Land unterwegs, scheinen die großen Tiere ganz nahe zu sein. Aber die Jahre verstreichen, und nicht ein einziges Mal erfüllt sich sein Traum. Vergeblich versucht eine dicke Tanzlehrerin Misha aufzumuntern, denn längst hat er die Hoffnung aufgegeben. Dann aber kommt es doch noch zu einem unerwarteten Zusammentreffen. Ob es sich dabei um ein Glück oder ein Unglück handelt, darüber mag man noch lange nachdenken. Verspielte und surreale Motive spiegeln die skurrile Fantasiewelt des Jungen wider. In ebenso melancholischen wie liebenswerten Bildern beschwört der Film die Kraft der Vorstellung, die Einsamkeit und das Verstreichen der Zeit.


Out of This World (Nicht von dieser Welt)

Regie: Viktor Nordenskiöld

Schweden 2014, 10 Min, Siriaki, Empfohlen ab 10 Jahren

Der 12-jährige Mohammad Rizwan ist froh, wenn die verdreckten Tanklaster kommen. In der Nähe des zweitgrößten Öldepots in Pakistan kriechen die Kinder in das dunkle Innere der Dieseltanks mit hochgradig krebserregenden Dämpfen, um sie zu reinigen. Für einen Euro am Tag. Seine Familie braucht das Geld, und für Schule ist im Alltag keine Zeit. Trotzdem wirkt Mohammad nicht unglücklich. Er liebt seine kleine Schwester über alles, und er kennt kein anderes Leben. Betont sachlich zeigt das Dokumentarporträt die weit verbreitete Normalität von Kinderarbeit. Schockierend bleibt für den Zuschauer die offenbare Selbstverständlichkeit dieser unfassbaren Verhältnisse.


The Dam Keeper (Der Wächter des Dammes)

Regie: Robert Kondo, Dice Tsutsumi

USA 2013, 18 Min, Englisch, Empfohlen ab 10 Jahren

Schweinchen tut alles, um die Stadt zu retten. Doch keiner will es ihm danken. Unermüdlich rennt es treppauf, treppab, legt schwere Hebel um und sorgt dafür, dass die Windmühle sich dreht. Nur so können die schwarzen Schwaden ferngehalten werden, die alles zu ersticken drohen. Zwischendurch hetzt Schweinchen schnell zur Schule, dann geht es schon wieder zurück auf den hohen Damm. Doch die Stadtbewohner haben nichts als Hohn und Spott für das arme Tier übrig; im Bus sitzt es allein auf der hintersten Bank. Alles wird erst anders, als Fuchs neu in Schweinchens Klasse kommt.


Eleven (Elf)

Abigail Greenwood

Neuseeland 2013, 14 Min, Englisch, Empfohlen ab 10 Jahren

Sportunterricht. Auf dem Schulhof spielen die Mädchen Netball. Emily und Rebecca sitzen auf der Bank daneben und albern herum. Sie verstehen sich großartig, das ist nicht zu übersehen. Für ihre elf Jahre ist Emily ziemlich selbstbewusst und zeigt den älteren Jungs schon mal den Stinkefinger. Rebecca würde sich das nie trauen. Kein Wunder also, dass ausgerechnet sie von den anderen Mädchen gemobbt wird. Emily tut das sichtlich leid, aber sie traut sich nicht, ihr offen beizustehen. Und was noch schlimmer ist: Als die anderen Emily bedrängen, treibt sie selbst einen fiesen Scherz mit Rebecca. Was bleibt, ist ein schlechtes Gewissen. Eine einfühlsam umgesetzte Geschichte über Freundschaft und Gruppenzwang.


Pigs (Ferkel)

Regie: Laura Mohai

USA / Singapur / Malaysia 2013, 8 Min, Malaiisch, Empfohlen ab 10 Jahren

Iseng, ein kleiner Junge mit Downsyndrom, vertreibt sich die Zeit im Schweinestall. Seine Mutter hat ihr Baby verloren und ist so tief in ihrer Trauer gefangen, dass sie ihren Sohn kaum noch wahrnimmt. Ein krankes Ferkel bringt Iseng auf eine Idee: Um seine Mutter zu trösten und ihre Aufmerksamkeit zu erlangen, legt er das Tier in die verwaiste Babywiege. Als die Mutter es dort entdeckt, ist es tot. Abgestoßen von dem Anblick, reagiert sie zunächst abweisend. Aber dann wird ihr Isengs Bedürfnis nach Liebe bewusst. Ganz ohne Worte und Musik konzentriert sich der Kurzfilm auf Blicke und Gesten. Ein stilles Plädoyer dafür, nicht dem Verlorenen nachzuhängen, sondern das im Leben Gewonnene zu erkennen und zu schätzen.


Sepatu Baru (Neue Schuhe)

Regie: Aditya Ahmad

Indonesien 2013, 14 Min, Makassarese, Empfohlen ab 10 Jahren

Die Stimmung ist gedrückt. Seit Tagen regnet es unablässig und ein Ende scheint nicht in Sicht. Das Wasser tropft schon durch die Dächer, und in den Pfützen zwischen den ärmlichen Behausungen spielen barfuß die Kinder. Ein Mädchen spaziert nachdenklich durch die schmalen Gassen. Es gibt in Indonesien ein altes Ritual, mit dem sich der Regen stoppen lässt. Doch dafür braucht es ein ganz besonderes Utensil.