Do, 13. Februar 2014

Kurzfilme 2 Kplus

Generation Kplus

Berlinale, Generation 2014 | Eu não digo adeus, digo até logo | I Don't Say Goodbye, I Say See You Soon | Ich sage nicht auf Wiedersehen, ich sage bis später, REGIE: Giuliana Monteiro, BRA 2013 | © Maike Nakano

Berlinale, Generation 2014 | Eu não digo adeus, digo até logo | I Don't Say Goodbye, I Say See You Soon | Ich sage nicht auf Wiedersehen, ich sage bis später, REGIE: Giuliana Monteiro, BRA 2013 | © Maike Nakano

Agri ve Dag (Agri und der Berg)

Regie: Hasan Serin

Türkei 2013, 14 Min, Kurdisch, Türkisch, Empfohlen ab 9 Jahren

Ein abgelegenes Dorf irgendwo in den Bergen der Türkei. Es ist sonnig und zwischen den kargen Häusern pfeift der Wind. Zwei Männer schippen Schnee von einem Dach, ein anderer führt einsam einen Esel, jemand trägt ein Bündel Heu auf dem Rücken, Frauen bereiten Teig für das Fladenbrot. Kein Auto, keine Straße ist zu sehen. In diesem Dorf lebt Rojda. Frühmorgens macht sie sich fertig für die Schule und zieht über ihre modernen Jeans ein traditionelles Kleid. Bevor sie losgeht, heizt sie den Ofen und macht die Betten, wie die Mutter es ihr aufträgt. Die winterliche Landschaft ist wunderschön, aber der Weg durch den Schnee ist weit und beschwerlich. Später kommt Rojda erschöpft zurück und möchte gerne schlafen. Aber der Großvater will jetzt seinen Tee. Das ist das tägliche Leben eines Kindes an einem Ort, an dem die Zeit vor hundert Jahren stehengeblieben zu sein scheint.


Nain Géant (Zwergriese)

Regie: Fabienne Giezendanner

Schweiz / Frankreich 2013, 12 Min, Ohne Sprache, Empfohlen ab 9 Jahren

Das Inuit-Mädchen Petite Neige muss einen Vogel fangen, wenn sie in die Welt der Erwachsenen aufgenommen werden will. Als sie im Eis auf den gefährlichen, sich ständig verwandelnden Zwergriesen trifft, wird ihre Prüfung zu einem gefährlichen Abenteuer. Geister der Vögel, die das bizarre Ungeheuer verschlungen hat, kommen dem Mädchen zu Hilfe. Und dann lauert unter der Eisdecke auch noch ein Riesenwal seiner Beute auf. Der vom Weiß der Landschaft aus Schnee und Eis geprägte Animationsfilm ist von einem traditionellen Inuit-Märchen inspiriert. Er entführt die Zuschauer in eine ferne, bezaubernde Welt, in der Kinder sowohl im Einklang als auch im täglichen Kampf mit der Natur leben.


Eu nao digo adeus, digo até logo (Ich sage nicht auf Wiedersehen, ich sage bis später)

Regie: Giuliana Monteiro

Brasilien 2013, 17 Min, Portugiesisch, Empfohlen ab 9 Jahren

Sein Vater fährt einen knallroten 1518 Mercedes-Truck. Mehr weiß der Junge, der mit seiner Mutter an einer ärmlichen Landstraße lebt, nicht von ihm. Doch in seiner Vorstellung ist er überall mit seinem Vater unterwegs. Als eines Tages tatsächlich ein solcher Truck vorbeifährt, ist der Junge ganz aufgeregt, auch wenn die Mutter bestreitet, dass es der Vater gewesen sein könnte. Doch einige Abende später sieht der Junge seine Mutter mit dem Fahrer des Trucks tanzen. Er ist zu jung, um die Wahrheit zu verstehen, die sie ihm eröffnet, doch er ist alt genug, um auf eigene Faust in die Welt der Großen aufzubrechen. Ein traurig-poetischer Film über die unbändige Kraft kindlicher Sehnsucht.


Hijos de la tierra (Kinder der Erde)

Regie: Diego Sarmiento

Peru 2014, 15 Min, Spanisch, Quechua, Empfohlen ab 9 Jahren

Früh morgens zieht der junge Jorge mit seiner Machete los und erntet Bananen. Jeder Handgriff sitzt. Nach dem Einkochen wird gefrühstückt. Danach treibt sich Jorge mit seinen Freunden in der üppig bewachsenen Umgebung herum: Sie klettern, treiben Späße, singen Erntelieder und planschen ausgiebig in den Quellwassern des Amazonas.
Alltägliche Szenen zeigen aus Sicht der Kinder das friedfertige Leben einer indigenen Dorfgemeinschaft inmitten urtümlicher Natur. Hier helfen alle mit, das eigene Essen anzubauen. Zum Verkauf bleibt nicht viel übrig, aber Geld scheint auch nicht das Wichtigste zu sein.


el (weg)

Regie: Roland Ferge

Ungarn 2013, 11 Min, Ungarisch, Empfohlen ab 9 Jahren

Eine Vision in Schwarz-Weiß. Ein Mädchengesicht, es folgt ein Junge, noch ein Junge – acht Kinder schauen ernst und unbewegt in die Kamera. Dann packt eines von ihnen seinen Koffer, verlässt ein einsames Bauernhaus und macht sich durch den Matsch auf den Weg. Auch die anderen Kinder sind jetzt unterwegs, auf alten Fahrrädern oder zu Fuß. Alle haben einen Koffer dabei, einer dazu ein Cello und ein anderer zwei Hühner in einer Kiste. Die Wege sind mühsam, die Straßen schlecht, eine hohe Treppe ist zu überwinden, und der Koffer ist schwer. Für acht Kinder gerät alles in Bewegung, ihr Ziel ist noch offen.