Fr., 16. September 2005 — Sa., 24. September 2005

Performing Arts aus Korea

Tanz - Theater

Die höchst innovative Theaterszene in Korea schöpft ihre Dynamik ebenso aus internationalen Inspirationen wie aus der Vielfalt traditioneller und klassischer Kunstformen, die hier zum Teil auch gegenwärtig weiterentwickelt werden. Mit drei aktuellen Produktionen zeigt das Haus der Kulturen der Welt diese Entwicklung.

Neben der einzigartigen Vielfalt der klassischen Kunstformen hat Korea in den letzten 30 Jahren eine urbane, international orientierte, höchst innovative Theaterentwicklung erlebt. Im Spannungsfeld von Tradition und Globalisierung, von Spiritualität und Neuen Medien, von Ahnenkult und moderner Technologie hat sich eine facettenreiche Performanceszene entwickelt. Das Haus der Kulturen der Welt präsentiert im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen drei aktuelle Produktionen: Das Musiktheaterstück „Die Schwalbe“ (Jebi) des Koreanischen Nationaltheaters in der Inszenierung des wohl bekanntesten koreanischen Regisseurs Lee Youn-taek sowie neue Choreografien zweier zentraler Protagonistinnen der koreanischen Tanzszene: Ahn Eun-me und Ahn Ae-soon.

Mit der Entwicklung zur modernen Industriemacht wurde in der Republik Korea vielfach westliches Theater adaptiert. So wurden allein in Seoul seit den 1970ern über 100 Theater nach westlichem Vorbild errichtet. Koreanische Solisten und Ensembles sind weltweit bekannt für die Interpretation der westlichen Klassik und Moderne. Ein wichtiger Paradigmenwechsel wurde vollzogen, als sich koreanische Künstler von der Dominanz der westlichen Moderne distanzierten und andere, eigene Modernen behaupteten. Diese Positionen sind verankert in der Wiederentdeckung und Fortschreibung traditioneller Künste, deren Bedeutung daran ablesbar ist, dass ihre Meister als „Nationalschätze“ geehrt und gefördert werden. Neben Architektur, Malerei oder Skulptur sind es gerade die oralen, performativen Traditionen, die Korea eine kulturelle Identität verliehen haben. Kennzeichnend ist, dass Musik, Gesang, Tanz und Drama nicht getrennt betrachtet wurden, sondern immer gleichermaßen wichtig waren für die Entwicklung zeitgenössischer Formen.


Im Haus der Kulturen der Welt finden im Rahmen der APW neben Veranstaltungen zu "Performing Arts aus Korea" auch "Räume und Schatten - Zeitgenössische Kunst aus Südostasien", das Open-air Event Nomadic Plaza und ein Konzert von Grace Nono statt.


Im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen, die unterstützt werden durch die Stiftung deutsche Klassenlotterie Berlin (DKLB).


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