© Forensic Architecture and Forensis
© Forensic Architecture and Forensis
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FA/Forensis/OGF, 2022. Archival image courtesy Koloniales Bildarchiv, Universitätsbibliothek Frankfurt/Main, A-0ii-6966.
Foto: G. Kaapehi, Okakarara, Namibia, FA/Forensis/OGF, 2022.
Video: Sam Blair, Musik: Gunnar Óskarsson
Bildprojektion, Durch die Projektion von Bildern über den digitalen Raum in einem 3D-Modell können die Forscher*innen reale Entfernungen zwischen Objekten bestimmen., © Forensic Architecture, 2021
Modell des Internetcafés, in dem Halit Yozgat durch den NSU ermordet wurde, Rekonstruktion von Forensic Architecture im HKW 2017 , Foto: Vanina Vignal

2021/2022 Ausstellung ab 5.11., Konferenz 5.11.2022

Investigative Commons

Konferenz
5.11.2022

Three Doors
Ausstellung
5.11.–30.12.2022
Eröffnung Fr 4.11.2022

Was kann die Zivilgesellschaft tun, wenn staatliche Institutionen in Verbrechen verstrickt sind? Reporter*innen, Künstler*innen, Aktivist*innen u. a. richten den Blick auf rassistische Polizeiarbeit, Grenzsysteme und Cyberüberwachung und widmen sich neuen investigativen Praktiken und Methoden kollektiver Wahrheitsfindung.

„Kontrafaktische“ Angriffe auf staatliche Institutionen und die Justiz durch neofaschistische Gruppen sind ein wesentliches Merkmal der heutigen Zeit. Reaktionen darauf sind oft ein Festhalten an diesen traditionellen Säulen der Macht und des Wissens. Was aber kann die Zivilgesellschaft tun, wenn eben diese Institutionen für Verbrechen, Staatsterrorismus und Vertuschungen verantwortlich sind und an zwei Fronten gleichzeitig gekämpft wird: für unabhängige Beweise und gegen institutionelles Wissen?

Investigative Commons begegnet dieser Krise, indem es die Entwicklung und den Einsatz „counter-forensischer“ Beweise für die Allgemeinheit nutzbar macht. Initiiert von Forensic Architecture, FORENSIS und dem European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) zielt diese interdisziplinäre Kooperation darauf ab, staatliche und unternehmerische Gewalt aufzudecken. Dabei trifft das situierte Wissen von Gruppen an der Front politischer Kämpfe auf Methoden von Investigativreporter*innen, Whistleblower*innen, Aktivist*innen, Rechtsanwält*innen, Wissenschaftler*innen, Künstler*innen, Architekt*innen und Kulturschaffenden. Sie alle arbeiten an Fällen von gesellschaftlicher Dringlichkeit: Grenzsysteme, Cyberüberwachung, Umweltzerstörung und Kontinuitäten kolonialer Gewalt. Das HKW begleitet Investigative Commons mit Ausstellungen und Konferenzen. Wie wird neue Technologie und ästhetisches Empfinden in Zukunft die Auseinandersetzung mit der Welt prägen?