Illiberal Arts


Sa, 11. September 2021 — So, 21. November 2021

Steve Reinke | The Natural Look, 2014, video still | Courtesy of the artist and Galerie Isabella Bortolozzi

Steve Reinke | The Natural Look, 2014, video still | Courtesy of the artist and Galerie Isabella Bortolozzi

Constantina Zavitsanos | Tests for Visa Dove Pan, 2021 | Courtesy die Künstlerin

Constantina Zavitsanos | Tests for Visa Dove Pan, 2021 | Courtesy die Künstlerin

Anja Kirschner | PATTERN#0203 | Courtesy die Künstlerin

Anja Kirschner | PATTERN#0203 | Courtesy die Künstlerin

Jordan Strafer | PEP (Process Entanglement Procedure) Video-Still, 2019 | Courtesy die Künstlerin

Jordan Strafer | PEP (Process Entanglement Procedure) Video-Still, 2019 | Courtesy die Künstlerin

Die liberal-kapitalistische Weltordnung, die nach 1989 durchgesetzt schien, befindet sich heute im Stadium fortgeschrittener Desintegration. Das Zerbrechen dieser Ordnung legt den illiberalen Kern ihrer durch den Markt geformten Freiheiten und Eigentumsformen offen: die gewaltsamen Unfreiheiten der Enteigneten ebenso wie die Gewaltbereitschaft der Besitzenden. Auch die Kunst zeigt sich als Austragungsort dieser Gewalten und ihrer Ausschlüsse: Durch den Ruin der Liberalität stehen auch die moderne Institution der „veranstaltlichten Kunst“ (Arnold Hauser) und ihre gesellschaftliche Legitimität mehr und mehr in Frage.

Das Ausstellungs- und Publikationsprojekt Illiberal Arts ist eine mit internationalen Künstler*innen, Dichter*innen und Autor*innen initiierte Formsuche zur künstlerischen Lebensarbeit (nach Lu Märten). In den Rissen der zerfallenden Akkumulationsformen des Marktes brechen anti-identitäre, gemeinschaftliche Horizonte auf, kollektive Wahrnehmungsformen und politische Spontaneitäten. Diese unterzieht das Projekt einem Praxistest. Für Lu Märten galt „die ganze Lebensarbeit eines Menschen“ als künstlerisch: Was künstlerisch war, musste nicht immer schon Kunst werden. Vielleicht muss, was Kunst wurde, auch nicht notwendig Kunst bleiben.

Mit Beiträgen von Ho Rui An, Raven Chacon, Cut away, with effects (2021), Övül Durmuşoğlu, Bill Dietz, Stephan Dillemuth, Thomas Eggerer, Frank Engster, Ciarán Finlayson, keyon gaskin, Melanie Gilligan, Larne Abse Gogarty, Nicholas Grafia, Tamar Guimarães, Danny Hayward, Johanna Hedva, Anne Imhof, Pauline Curnier Jardin mit Feel Good Cooperative (Andrea, Giuliana, Pauline Curnier Jardin, Alexandra Lopez, Alexandra Mapuchina, Serena Olcuire, Gilda Star), Lisa Jeschke, Karrabing Film Collective, Aristilde Paz Justine Kirby, Anja Kirschner, Dani Leder, Rosalind C. Morris, MYSTI, Jota Mombaça, Jenny Nachtigall, Henrike Naumann, Fumi Okiji, Casandra Press, Steve Reinke, Natascha Sadr Haghighian, Mikołaj Sobczak, Juliana Spahr, Jordan Strafer, Sunset Open Call (Kasi Althaus, Andrea Victoria Paradiso, Elena Peters Arnolds, Denise Pinnell, Christin Rothe, Suzie Sullivan, Kathy Seitzinger Hepburn, Amy Sutryn, Rosana Van Horn, Laura L. LePere, Aude Lèvere), Orakel, Ana Teixeira Pinto, Marina Vishmidt, Philip Wiegard, Kandis Williams, Simone White, Constantina Zavitsanos

Kuratiert von Anselm Franke und Kerstin Stakemeier

Ausstellung, Performances, Workshops, Publikation

11.09.–21.11.2021

Eintritt: 7€ / 3€

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