Bildungsschock

Lernen, Politik und Architektur in den globalen 1960er und 1970er Jahren
2019/2020

Erschienen in Architectural Forum, Dezember 1971 | Foto: Leon Kunstenaar

Erschienen in Architectural Forum, Dezember 1971 | Foto: Leon Kunstenaar

Wo entsteht Wissen? Wie wird Lernen sozialräumlich verteilt und getrennt? Warum ist ein Schulgebäude politisch? Diesen und verwandten Fragen widmet sich die Konferenz „Bildungsschock“ im Vorfeld der gleichnamigen, im September 2020 eröffnenden Ausstellung. Mit dem Publikum diskutieren internationale Expert*innen unterschiedlicher Disziplinen die Raum- und Bildungspolitiken einer Epoche, die auch Ressourcen für die notwendige Erneuerung gegenwärtiger Schulen und Hochschulen birgt.

Die 1960er und 1970er Jahre erlebten eine historisch einmalige Expansion von Bildung im globalen Maßstab. Mit weitreichenden Reformen sollte auf demografische und ökonomische Entwicklungen im Umbruch von der industriellen zur postindustriellen Gesellschaft reagiert werden. Diese massive Ausdehnung des Bildungssektors rief radikalen Widerstand hervor. Während weltweit neue Schul-, Hochschul- und Forschungsbauten entstanden, wurden die „Lernfabriken“ – und mit ihnen die Kulturen und Institutionen von Erziehung, Architektur und Wissenschaft selbst – vehement in Frage gestellt.

In der Rückschau bieten die 1960er und 1970er Jahre das Bild eines konfliktreichen, aber ungemein produktiven Ineinanders von Innovationsdruck und Kritik, das sich in Theorie und Praxis der Bildung und ihrer Architekturen niederschlug. Es ist an der Zeit, sich mit diesen erstaunlich aktuell wirkenden Auseinandersetzungen um Raum, Lernen und Politik neu zu befassen.

Kuratiert von Tom Holert

Konferenz mit Beiträgen von Elke Beyer, Sabine Bitter, Catherine Burke, Evan Calder Williams, Filipa César, Dina Dorothea Falbe, Gregor Harbusch, Kooperative für Darstellungspolitik, Monika Mattes, Oliver Sukrow, Mark Terkessidis, Ola Uduku, Sónia Vaz Borges, Helmut Weber, Francesco Zuddas

Im Rahmen von Das Neue Alphabet

30.11. & 01.12.2019
Konferenz


11.09.2020–04.01.2021
Ausstellung

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