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Coming to Know

Digitales Diskursprogramm

Über einen Zeitraum von drei Wochen greift die digitale Reihe ausgehend von der Ausstellung A Slightly Curving Place drei zentrale Praktiken auf: Einstimmen, Aufzeichnen und Graben. Damit rekurriert das Programm ebenso wie die Ausstellung auf die Arbeit des autodidaktischen Klangarchäologen Umashankar Manthravadi. Beim Diskursprogramm können die Teilnehmenden anhand der in der Ausstellung vorgestellten Techniken Umashankars eigene Praxis des Hörens verfolgen. So nähern sie sich gemeinsam vormodernen akustischen Spuren und verstehen sie als Grundlage für kollektive Wissensproduktion in der Gegenwart.

Die drei Folgen bestehen jeweils aus einem Gespräch mit an der Ausstellung beteiligten Praktiker*innen, gefolgt von einem Panel mit Wissenschaftler*innen, Kritiker*innen und Historiker*innen. Sie stellen Konzepte zur jeweiligen Praxis vor und leiten die anschließende Diskussion mit dem Publikum ein.

Was heißt das: der Vergangenheit zuhören? Hören setzt die Existenz von Klang auf einer für das menschliche Ohr wahrnehmbaren Frequenz voraus. Coming to Know imaginiert stattdessen, dass die Klänge der Vergangenheit von Artefakten und moderner Klangtechnik erzeugt und hörbar gemacht werden. Dieses explizit vermittelte Hören generiert eine endlose Feedback-Schleife, einen Modus des „Erfahrens“, der sich nie mit Wissen allein zufriedengibt.

„Indem wir diese Art des Hörens als eine Modalität in der Wahrnehmung der Vergangenheit vorschlagen, nehmen wir von visuellen Techniken des Wissens Abstand, die sich historisch in der archäologischen Forschung, im Museum und im Narrativ der kolonialen Moderne manifestiert haben, um die Vergangenheit als Objekt von zeitlosem Wert in Besitz zu nehmen und die Gegenwart potenziell zu legitimieren. Gleichzeitig überwinden wir, dass ein Programm für die Öffentlichkeit als rein didaktische Ergänzung zu einem entfernten, vormodernen Kontext in Raum und Zeit daherkommen müsse. Stattdessen wollen wir uns der Frage widmen, wie sich durch den Prozess des gemeinsamen Erfahrens einer vormodernen Vergangenheit kollektives Wissen verändern kann.“ – Brooke Holmes (Princeton University) und Nida Ghouse (Kuratorin von A Slightly Curving Place)

Mit Vinit Agarwal, Anurima Banerji, Moushumi Bhowmik, Padmini Chettur, Nida Ghouse, Tapati Guha-Thakurta, Brooke Holmes, Alexander Keefe, Umashankar Manthravadi, Uzma Z. Rizvi, Regina Sarreiter, Vanessa Stovall, Phiroze Vasunia, Maarten Visser, Annette Wilke