Anthropocene River Journey

Sep–Nov 2019

Workshop-Teilnehmer*innen auf einer Exkursion zu Industriestandorten am Mississippi | © Sydney Petersen, 2018

Workshop-Teilnehmer*innen auf einer Exkursion zu Industriestandorten am Mississippi | © Sydney Petersen, 2018

Wie reisen durch das Anthropozän? Diese Frage ist nicht nur von ökologisch-ethischer Natur - steht sie doch in direktem Zusammenhang mit Prozessen der Ressourcenverknappung und der Extraktion fossiler Brennstoffe - sie hat auch eine ästhetisch-konzeptuelle Dimension. Bisher setzten Reisen ein Unbekanntes oder Fremdes voraus, das sich der oder die Reisende vertraut macht und aneignet. Im Anthropozän, in dem eine grenzenlose Verwobenheit von Mensch, Natur, Technologie und Ökonomie die weißen Flecken der Terra Incognita ersetzt, läuft diese Logik ins Leere. Doch welche Reiserouten, -formen und -erzählungen sind den neuen planetarischen Realitäten angemessen? Und wie ließe sich das Reisen als Kulturtechnik des In-Beziehung-Setzens begreifen statt als Prozess der Aneignung?

Unter diesem Vorzeichen werden Studierende, Wissenschaftler*innen, Künstler*innen, Journalist*innen und Autor*innen den Mississippi in einer Anthropocene River Journey erkunden. Flussabwärts entlang der fünf Field Stations erarbeiten und erproben die Reisenden in Gesprächen, Vorträgen und Exkursionen neuartige Zugriffe auf die Komplexität des anthropozänen Flusssystems. Auf einigen Etappen begleiten sie dabei Studierende der Augsburg University, Minneapolis, die im Rahmen des River Semesters die gesamte Länge des Mississippi von den Quellgebieten im Norden bis zum Golf von Mexiko in rund achtzig Tagen mit Kanus und Vans zurücklegen. In experimentellen Seminaren zu Themen der Ökologie, Politikwissenschaft, Biologie, Kunst, Astronomie und Geschichte suchen sie Antworten auf die Herausforderungen des Anthropozäns.

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