3. Preis: Augmented Commodity Fetishism

Eirik Høyer Leivestad, Bård Hobæk

Augmented Commodity Fetishism | Foto: Ragnhild Aamås and Eirik Høyer Leivestad

Augmented Commodity Fetishism | Foto: Ragnhild Aamås and Eirik Høyer Leivestad

Gebrauchsgegenstände sind es wert, gehört zu werden: Ausgehend von dieser Aussage werden Commodity Fetishism (‚Warenfetisch‘) und Augmented Reality (‚Erweiterte Realität‘) zu Augmented Commodity Fetishism kombiniert; ein Ausdruck, der eine neue App betitelt. Diese Anwendung wird einen unmittelbaren Zugang zu allen Informationen über anthropozänische Einflüsse leisten, die einem spezifischen Gegenstand innewohnen, und die externen Effekte jeden Schrittes der Warenkette von Produktion über Distribution hin zu Konsum, einschließlich dem Nachleben der verbrauchten Produkte, ermitteln. Das Bewusstsein zu schärfen ist nicht das Ziel, vielmehr stehen die Erkundung von Informationsüberschuss und systematischer Rekursivität im Vordergrund.

Link zum Projekt

Die Jury: „Die Augmented Commodity Fetishism App veranschaulicht anhand eines europäischen Kulturguts, dem Käse, die Komplexität der Stoffwechsel im Anthropozän: kein einziger Prozessschritt ist heute unabhängig von der fossilen Energie. Mit eleganter Ironie betreiben Eirik Høyer Leivestad und Bård Hobæk zugleich Forschungs- und Kulturkritik".

Eirik Høyer Leivestad arbeitet als Dozent, freier Schriftsteller und Übersetzer. Leivestad hat mehrere Artikel über das 20. Jahrhundert und gegenwärtige Philosophen in akademischen Zeitschriften veröffentlicht, und übersetzte Essays von Walter Benjamin vom Deutschen ins Norwegische.

Bård Hobæk ist Forschungsassistent am Zentrum für Technologie, Innovation und Kultur sowie in der Abteilung für Medizinische Anthropologie und Geschichte an der Universität Oslo.

Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit Claire Tolan, Webentwicklerin und Künstlerin.