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Vögel

Das Anthropozän-Projekt. Eine Enzyklopädie

Von Brosamen-jagenden Café-Spatzen bis zu den Krähen-Attacken in Hitchcocks „Die Vögel“ kennen wir dieses seltsame Gefühl, wenn Tiere plötzlich die Oberhand gewinnen. Wie schätzen wir Tiere als Akteure ein – uns gegenüber aber auch untereinander? Säugetiere, die uns evolutionär besonders nahe stehen, bekommen einen hohen Stellenwert, andere, uns eher fremde Tiere weniger? Falsch. Vögel, keine Säugetiere, sind die am besten untersuchte Spezies – zumindest im Bezug auf das Artensterben. Und wer viel Aufmerksamkeit vom Menschen bekommt hat auch besonders gute Chancen, dass seine Habitat geschützt wird, ergo: für den Menschen besonders charismatische, schöne oder exotische Tiere haben die beste Aussicht auf Unterstützung im Überlebenskampf des Anthropozäns. Diese Ökonomie der Aufmerksamkeit funktioniert auch bei äußerst schön singenden Vögeln: Mittlerweile wird auch von Naturwissenschaftlern anerkannt, dass Vogelgesang nicht nur funktional zur Arterhaltung dienen, sondern auch im ästhetischen Sinne musikalisch sein kann. Und wenn wir ihnen erstmal Musik zutrauen...