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Fossilien

Das Anthropozän-Projekt. Eine Enzyklopädie

Kriegsschutt lagert sich in Erd- und Gesteinsschichten ebenso ein wie sich Regenperioden oder Dürren, erhöhte Co2-Werte oder Umweltgifte dort abzeichnen. Von Computerteilen und anderen Gebrauchsgegenständen aus Plastik und Polyester, über Autobahnen, Hochhäuser und Industrieanlagen – gegenwärtig schreiben sich menschliche Zivilisationsspuren viel radikaler in die Erde als noch im Holozän. Eine neue Macht, die es an Kraft und Universalität mit den Naturgewalten aufnehmen kann, vermutete der italienische Geologe Antonio Stoppanie bereits 1873. Seitdem der Geologe Paul Crutzen den Begriff Anthropozän um die Jahrtausendwende populär machte, versuchen Forscher das „Erdzeitalter des Menschen“ zu beweisen, bislang noch ohne Fossilien, die üblicherweise die Erdzeitalter markieren. Parallel indes bringt eine neue, politisierte Garde von Forensikern, dem Verb fossilis „aus(ge)graben“ folgend, die jüngsten Spuren menschlicher Eingriffe in Luft, Boden und auf dem Wasser ans Licht und stellt sie zur Diskussion. Während die Debatte um den Begriff „Anthropozän“ noch schwelt, ein Gedankenspiel: welche Spekulationen mag es wohl in ferner Zukunft zu den heute entstehenden Fossilien geben? Und wen werden sie interessieren (Geschichtsschreibung)?