Jaume Cabré: Das Schweigen des Sammlers

Roman, Suhrkamp/Insel Verlag 2011
Aus dem Katalanischen von Kirsten Brandt und Petra Zickmann
(Jo confesso, Edicions Proa, Barcelona 2011)

Das Buch

„An jenem Tag verstand ich, daß ich von dem gleichen Dämon besessen war wie mein Vater. Das Kribbeln im Bauch, das Jucken in den Fingern, der trockene Mund …“
Der Antiquitätenladen des Vaters in Barcelona ist eine wahre Schatzkammer, doch die Faszination des jungen Adrià gehört allein einer wertvollen Geige aus dem 18. Jahrhundert mit einem bezaubernden Klang, die erste aus den Händen des berühmten Geigenbauers Lorenzo Storioni aus Cremona. Heimlich tauscht der Musikschüler Adrià sie eines Tages mit seiner eigenen Geige aus, um sie stolz seinem besten Freund Bernat zu zeigen. Als er die Storioni zurücklegen möchte, sind seine Geige und sein Vater verschwunden, der Antiquitätenhändler wurde kaltblütig ermordet. In Adrià keimen Schuldgefühle auf. Viele Jahre danach – er ist inzwischen Gelehrter und Sammler – sucht Adrià das Rätsel um die Herkunft der Storioni zu lösen und so den wahren Grund für den Mord herauszufinden. Doch er ahnt nicht, dass die Vergangenheit des Musikinstruments eine Geschichte von Familiengeheimnissen und dunklen Mordfällen, von Hass und Intrigen, Liebe und Verrat birgt.
Der Schatten dieser Ereignisse ragt über viele Jahrhunderte europäischer Geschichte bis in Adriàs unmittelbare Gegenwart und droht ihm alles zu nehmen – auch seine große Liebe Sara.

Jaume Cabré | © Ekko von Schwichow

Jaume Cabré | © Ekko von Schwichow

Der Autor

Jaume Cabré, 1947 in Barcelona geboren, ist einer der angesehensten katalanischen Autoren. Neben Romanen, Erzählungen und Essays hat er auch für das Theater geschrieben und Drehbücher verfasst. Seine Romane wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem spanischen „Kritikerpreis“ und dem französischen „Prix Méditerranée“, und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Bereits auf Deutsch erschienen sind der Weltbestseller „Die Stimmen des Flusses“ (2007) und „Senyoria“ (2009). Jaume Cabré schrieb ganze acht Jahre an „Das Schweigen des Sammlers“ und bei Veröffentlichung wurde das Buch in Katalonien und Spanien in kürzester Zeit zum Bestseller. „Das Schweigen des Sammlers“ gewann zudem zahlreiche Auszeichnungen und wurde in neun Sprachen übersetzt.

Kirsten Brandt | Foto: Suhrkamp Verlag

Kirsten Brandt | Foto: Suhrkamp Verlag

Die Übersetzerinnen

Kirsten Brandt, 1963 in Friedberg/Hessen geboren, studierte nach einer Buchhändlerlehre Portugiesische Philologie, Englische Literatur und Neuere Deutsche Literatur in Frankfurt, Hamburg, Lissabon und Braga (MA 1995). Sie arbeitete als Literaturagentin in Barcelona und ist seit 2000 freiberufliche Übersetzerin (u. a. Jaume Cabré, Josep Pla, Rosa Montero, Sergi Pàmies). 2005 erhielt sie den Preis der Botschaft von Spanien 2005 für die beste Erstübersetzung (Dulce Chacón, Fandango im Schnee). Kirsten Brandt lebt und arbeitet heute in Offenbach.

Aktuelle Veröffentlichungen

Viejo, Teresa: Die Geschichte des Wassers
Pendo 2012, aus dem Katalanischen von Kirsten Brandt
(La memoria del agua. Booket 2010.)

Petra Zickmann | Foto: privat

Petra Zickmann | Foto: privat

Petra Zickmann lebt als Übersetzerin von (u. a.) Carme Riera, Manuel Vázquez Montalbán, Victor Català und Rosa Montero) in Frankfurt am Main.

Aktuelle Veröffentlichungen

Perez-Reverte, Arturo: Dreimal im Leben
Insel Verlag 2013, aus dem Spanischen von Petra Zickmann
(El tango de la Guardia Vieja, Alfaguara 2012)