Terence Gower

Baghdad Case Study

Nirgends gehen Ideologie und Architektur so eng Hand in Hand wie in Botschaftsbauten. In den 1950ern, als der Irak für die USA ökonomische und strategische Interessen barg, wollte die amerikanische Architekturpolitik Transparenz und Dialogbereitschaft signalisieren, was sich im Botschaftsneubau in Bagdad 1957 widerspiegelte. 50 Jahre später – das Verhältnis beider Staaten hat sich grundlegend gewandelt – bezog die Botschaft ein neues Gebäude: Auch dieser ‚Superbunker‘ reflektiert die politischen Beziehungen. Seine recherchebasierte Arbeit zur (architektonischen) Außenpolitik der USA präsentiert Gower im stilisierten 50er-Jahre-Interieur des HKW.

Terence Gower (*1965 in Kanada) analysiert in historischen Erzähl- und Dokumentarfilmen, Installationen historischer Fotografien und anderer Archivmaterialien sowie in maßstabsgetreuen architektonischen Modellen die merkwürdige funktionale und erfahrungsmäßige Entkoppelung, die auftritt, wenn Architektur zu einem Ausstellungsobjekt wird. Er hat weltweit ausgestellt und kuratiert. Über seine Arbeit erschienen die Monografien „Display Architecture“ und „Ciudad Moderna“. Zu seinen jüngsten Einzelausstellungen zählt eine Installation für das Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington D. C. Gower lebt und arbeitet in New York und Frankreich.