Filme der UDK zum Doppelten Berlin

Ausstellungszeiten 1.9. - 11.11. täglich 10 - 19 h

Filmemacher und Medienkünstler der Klasse Experimentelle Filmgestaltung der Universität der Künste Berlin präsentieren ihre dazu eigens entwickelten filmischen Positionen. Ausgehend von den Begriffen Ost und West werden Architektur und Beziehungsweisen des Doppelten erforscht, inszeniert sowie de- und rekonstruiert. Daraus ergeben sich Betrachtungen zu Gegenwärtigem und Vergangenem, Innen und Außen, Menschen und Räumen, Worten und Gesten, Paaren, Brüchen und Lücken.

Mit Arbeiten von: Laslo Antal, Nike Arnold, Juana Awad, Anne Behrndt, Julian Brinkmann, Mathieu Brohan, Guillaume Cailleau und Hanna Slak, Emily Keslar, Antonia Kilian, Kornelia Kugler und Lena Siebertz, Sungeun Kim, Yair Glotman, Nadja Krüger und Elisa Storelli, Vincent Maigler, Alicja Sowiar, Björn Speidel

One Regie: Laszlo Antal, 5 min
Die Bewegungen einer jungen Frau vor dem Haus der Kulturen der Welt nehmen die Gestalt der Kongresshalle auf, kreieren einen Raum.

Mi tío abuelo estuvo aquí antes (My great-uncle was here before me) Regie: Juana Awad, 18 min
Der Großonkel der Regisseurin arbeitete mit beim “Aufbau des Doppelten Berlin” – sowohl im westlichen Marshall-Plan als auch im östlichen „Arbeiter- und Bauernstaat“. Seine Erzählstimme schafft den Rahmen für die experimentellen Verbindungen zwischen südamerikanischen und europäischen Utopien, mit der die Regisseurin – vielleicht – ihren Platz im Dazwischen bestimmen kann.

You can see the Nordsee, the North Sea Regie: Anne Behrndt, 4 min
Es geht um die oft so skurrile Mischung aus Geschichte, Attraktion, Tourismus und Alltag. Architektur als vorbeiziehende Fassade oder unterhaltsamer Hintergrund.

Property Regie: Julian Brinkmann, 10 min
Der Film als Ortsbetrachtung. Interesse an Ort, Fläche, Bewegung der Menschen und den Fragen: was liegt zwischen, oder kommt nach der Dopplung? Gibt es im Verhältnis zwischen Fortschritt und Rückbesinnung einen idealen Zustand? Oder stellt sich Architektur - in feste Materialität gesetzt - in ihrem Ursprung schon einem Gleichsetzungssprozess entgegen?

P.R. Regie: Mathieu Brohan, 43 min
“P.R“ ist ein großes angelegtes Public Relations Unterfangen für den kürzlich aus der Welt geschafften Palast der Republik in Berlins Mitte. An seiner Stelle prangt jetzt ein Loch. Von diesem Loch ausgehend bauen wir den Palast wieder auf, dieser Film kehrt die Zeit um.

Wild Wild Regie: Guillaume Cailleau und Hanna Slak, 12 min
Ein West-Berliner Zebra. Ein Ost-Berliner Zebra. Beide blicken in die Stadt hinein. Ein Zebra bleibt ein Zebra. Tiere aus den beiden Berliner Zoos: Tierpark und Zoologischer Garten. Die gleichen Tierarten in östlichen und westlichen Lebensräumen.

Die Grenze Regie: Emily Keslar, 6.44 min
Das Konzept einer “Trennungslinie” wird hier durch Bildwelten von Graffiti reflektiert, die dem Verlauf der Mauer folgen. Auf beiden seiten existieren komplememtäre Bilder, Spiegelbilder: Himmel, Erde, hinauf und hinunter, links nach rechts, von hinten anch vorn, die Idee von „dir“ und „mir“.

Hades Treptow Regie: Nike Arnold, 10 min
Das Krematorium Berlin Baumschulenweg ist in zwei Teile unterteilt. Oben, ein heller sakraler Raum, wo die Trauerfeiern abgehalten werden, und unten, wo die Verbrennungen stattfinden. Roboter-artige Maschinen mit langen Greifarmen kümmern sich um die Vernichtung der leblosen Körper, so dass kein menschlicher Kontakt zu den Toten stattfinden muss. Mit welchen räumlichen und technischen Mitteln wird Distanz zum Tod und dessen Vergänglichkeit geschaffen, und welche Inszenierungen findet eine Gesellschaft dafür?

ABRISS - Panoramablick und Geschichtsmontagen Regie: Kornelia Kugler und Lena Siebertz, 5 min
Eine Text-Bildmontage, die sich durch die (post-)koloniale und (post-)sozialistische Geschichte der Berliner Mitte bewegt.Einzelne Fragmente werden aufgelesen und in Beziehung gesetzt, um ideologische Konstruktionen, wie die Dichotomie "klassizistisch - modern", zu durchqueren. Die Aussichtsplattform der Humboldtbox ist sowohl Ausgangspunkt der fotografischen Blickachsen, als auch der inhaltlichen Reflexion über das Panorama als imperialen Standpunkt.

Music Language Regie: Sungeun Kim, Yair Glotman, 10 min
Zwei unterschiedliche Musikhochschulen in Berlin: UdK und Hans Eisler. Beide, repräsentierten die jeweilige, westliche oder östliche Form der deutschen Msuikerziehung. Der Film abstrahiert von den visuellen Charakteristika der Hochschulen hin zu einer Reflexion der Rolle der Töne, um einen Raum zu definieren.

Alexanderplatz Regie: Nadja Krüger und Elisa Storelli, 10 min
Namen wie Kongresshalle, Centrum-Warenhaus oder Haus des Reisens mussten weichen. Die Gebäude aber, Manifeste des ehemaligen Ost-Berliner Hauptstadtzentrums, sind vom Alexanderplatz nicht wegzudenken. Die Videoarbeit „Alexanderplatz“ ist ein zeitgenössisches Porträt dieses historischen Platzes in Berlin – und der Menschen, die den Platz Tag für Tag entdecken, benutzen und bespielen.

Jungbrunnen Regie: Vincent Maigler, 8.40 min
Der Brunnen als städtischer Ort, als Wasser und Lebensspender, ehemals Treffpunkt der Wäscherinnen, Veranstaltungsort für Feste der Bürgerschaft, seit der Renaissance prunkvolles Machtsymbol der Stadtobrigkeit und heute noch historischer Anziehungspunkt und Sehenswürdigkeit im öffentlichen Raum: ein Porträt über den „Weltkugelbrunnen“ am Breitscheidplatz und den „Brunnen der Völkerfreundschaft“ am Alexanderplatz und ihren Umgebungen.

Guten Tags Regie: Alicja Sowiar, 25 min
Erst spät entwickelte sich eine alphabetische Schrift, die mit vergleichbar wenigen abstrakten Zeichen arbeitet und jedem Wort eine präzise Struktur aus Konsonanten und Vokalen verleiht. Berlin ist bedeckt mit einer bunten Schicht versprühter Farbe, die in seine Mauern und Wände eindringt. Schriftbilder bei jedem Schritt. Sie verschmilzt das Wort und das Wortbild von Neuem und steht so repräsentativ für die gegenwärtig vielschichtige und sinnliche Kommunikation durch Sprache.

Spiegelpalast Regie: Björn Speidel, 40 min
Aufnahmen des Internationaklen Kongresszentrums und des Palast der Republik (oder was davon noch übrig ist) werden in einem stereoskopischen Bildraum gemeinsam verwoben. So ergeben sich Oberflächen- und Raumelemente, die durch ein Arrangement in einem stereoskopischen Bildraum neue Konstellationen einnehmen können. Es entsteht: ein Spiegelkabinett.