Ângela Ferreira

Collapsing Structures: Talking Buildings

Bei Ausbruch der Nelkenrevolution 1974 in Portugal stand das Hotel „4 Estações“ in Maputo, Mosambik, kurz vor der Fertigstellung. Die portugiesischen Kolonialherren wollten den Mosambikanern das Bauwerk nicht überlassen und versiegelten der Legende nach, bevor sie das Land verließen, sämtliche Rohrleitungen mit Beton. Nach 33 Jahren Leerstand wurde das nie vollendete Gebäude 2007 abgerissen, um der US-Botschaft Platz zu machen. Ferreiras multimediale Skulptur, die formale Anleihen bei der Architektur des HKW nimmt, überblendet Bilder vom Hotelabriss und vom Einsturz und der Rekonstruktion des Daches der Kongresshalle. Sie folgt dabei den Spuren von Zerstörung und Wiederaufbau ideologisch motivierter Außenpolitik nicht nur in Afrika.

Ângela Ferreira (*1958 in Mosambik) wuchs in Südafrika auf, wo sie Bildende Kunst studierte. Ihre Arbeiten thematisieren die fortdauernden Auswirkungen des Kolonialismus und Postkolonialismus auf die heutige Gesellschaft. Die Ergebnisse ihrer intensiven Forschungen verarbeitet sie in Fotografie, Video und Skulptur, oft in Form von Installationen. Sie repräsentierte Portugal bei der 52. Venedig Biennale (2007), bei der sie ihre Forschungen zur europäischen Moderne weiterführte. Wie diese die Realitäten in Afrika adaptiert oder eben nicht, untersucht sie anhand der Geschichte von Jean Prouvés „Maison Tropicale“. Ferreira lebt, arbeitet und unterrichtet Kunst in Lissabon.