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Lifelines: Édouard Glissant


Fr, 13. Mai 2011 — So, 15. Mai 2011

Édouard Glissant ist am 3. Februar 2011 im Alter von 82 Jahren in Paris gestorben. Das Haus der Kulturen der Welt trauert um diesen großen karibischen Dichter und Denker, dessen Werk so zentral für die Arbeit des Hauses ist. Einen Nachruf finden Sie hier.

Die Lebenslinie Edouard Glissant vom 13.-15. Mai entfiel aus diesem Grund.

Dem Schriftsteller, Lyriker und Kulturtheoretiker Édouard Glissant war die vierte Ausgabe der Reihe Lifelines gewidmet, die seit 2009 das Lebenswerk herausragender Musiker, Autoren, bildender Künstler oder Filmemacher vorstellt. Édouard Glissant galt als einer der bedeutendsten Autoren der französischsprachigen Karibik und intellektueller Vordenker in postkolonialen und kulturtheoretischen Fragen. Seine Theorien der 1980er-Jahre zu Kreolisierung, Diversität und Differenz waren maßgeblich für die Herausbildung des Interesses an Multikulturalität, Identitätspolitik und „Minderheiten“-Literaturen. Das Werk dieses wohl wichtigsten zeitgenössischen Denkers – Gedichte, Romane, philosophische Essays – lässt sich keinem Genre zuordnen. Es „verknüpft Philosophie und Poesie in ihrer tiefsten und reinsten Form“, so der Philosoph Gilles Deleuze.

Die „Lifelines: Édouard Glissant“ ist auch eine diskursive Hinleitung auf das Festival WASSERMUSIK 2011, das sich im Juli anschließt: Glissant, 1928 auf Martinique geboren, wo er noch neben Paris und New York lebte, wandte sich in seinem Werk immer wieder dem Wasser als zentralem Thema zu. Er gab die Buchreihe „Völker am Wasser“ heraus. Diese Reihe fasste die schriftstellerischen Ergebnisse von zwölf Fahrten auf dem Dreimaster „La Boudeuse“ zu Völkern zusammen, die nur vom Wasser aus erreichbar sind, da sie auf abgeschiedenen Inseln, an Flussufern oder Küsten leben. Der Autor/Herausgeber Glissant sollte bei „Lifelines: Édouard Glissant“ mit einigen der Autoren von „Völker am Wasser“ ins Gespräch kommen, nachdem diese aus ihrem Werk gelesen haben.

Obgleich in der deutschsprachigen frankophonen Literatur- und Kulturwissenschaft stark rezipiert, stehen die Würdigung seines Werkes in Kulturtheorie, Philosophie und Globalisierungstheorie sowie in den Künsten und auch eine breitere öffentliche Aufmerksamkeit noch aus. Die ihm gewidmete Lifelines-Ausgabe sollte das ändern: Während Glissant aus seinem Werk liest und mit ungewohnten Partnern in neuen Konstellationen debattiert, werden Weggefährten, Schlüsselfiguren sowie Spezialisten für das Glissantsche Denken ausgewählte, wesentliche Aspekte seines Werkes vertiefen.

Mit
Édouard Glissant, Linton Kwesi Johnson, Patrick Chamoiseau, Michel Serres, Manthia Diawara, Avital Ronell, Joachim Sartorius, Peter Sloterdijk u. a. sowie Konzerten und einer szenischen Lesung.

In Kooperation mit: Wunderhorn Verlag